aus dem Mama-Leben

Eltern sein – ein (teures!) Ehrenamt?!

Als ich neulich meine alljährliche Rentenberechnung bekam, musste ich schlucken. Gerade mal viereinhalb Jahre Mama sein und in dieser kurzen Zeit schon 1/3 meiner voraussichtlichen Rente verloren. Klar, nicht wirklich verloren. Da stand doch immer so schön, dass ich mal so viel bekommen werde, wenn ich artig so weiterarbeite. Und Mama sein mag ein 24/7-Job sein, doch ist es eben mehr Berufung als Beruf und offensichtlich Ehrenamt. Schließlich ehrt es uns Mütter doch, dass wir die zukünftigen Rentenbeschaffer gebären und großziehen. Wer will dafür schon Geld bzw. wer verzichtet da nicht freiwillig auf einen Großteil der eigenen Rente? *hust* (Dass ich aufgrund meiner Elternzeit noch nicht mal Anspruch hätte auf Erwerbsminderungsrente, setzt dem ganzen nur die Krone auf!)

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Als ich dann noch einmal den treffenden Beitrag von Juramama las (in dem es um ganz viele Missstände rund um die Elternschaft geht – LESENSWERT!), habe ich mir vorgenommen, mich an meine „Rententalfahrt“ zu gewöhnen – ich werde wohl mal bei ca. 60% weniger ankommen – juchuuu…

Kann mir das mal einer erklären?! Warum da kaum noch einer Bock aufs Kinderkriegen hat, kann ich echt verstehen! Juramama hat schon alles ganz deutlich erklärt; der demographische Wandel wird uns schneller einholen als uns lieb ist – und ich sehe nicht, dass wirklich etwas getan wird, um dies zu verhindern oder wenigstens abzumildern.

Wir verlieren unsere Hebammen und unsere Geburtsstätten; das Kindergeld wird minimalst erhöht, was den Staat viel kostet, aber keiner Familie entscheidend etwas bringt.

Warum nicht:

  • KEINE Mehrwertsteuer auf Bedarfsartikeln für Babies und Kinder (oder zumindest nur eine minimale)?
  • jeden Mittag eine kostenlose warme Mahlzeit in KiTas und Schulen?
  • kostenlose Mitgliedschaft im lokalen Sportverein vor Ort?

(Meiner Meinung nach auch lohnender und effizienter, um gegen Kinderarmut und die daraus resultierenden Mängel und Probleme vorzugehen! Hier könnte man dann noch, falls nicht eh schon praktiziert, kostenlosen Schulbuchverleih und auch einheitliche Schuluniformen ergänzen.)

Und wer mir noch mal etwas von Vereinbarkeit von Familie und Beruf erzählt, der möge sich bitte in ausreichendem Sicherheitsabstand zu mir befinden: knapp 40 Bewerbungen und erst als ich nach ca. der Hälfte der Bewerbungen die Kinder im Lebenslauf nicht mehr erwähnte, bekam ich die ersten Vorstellungsgespräche (vielleicht gibt es noch mal ein BEST OF, was ich mir da dann allerdings anhören durfte…). Ganz zu schweigen, dass die heutzutage geforderte Flexibilität nicht mit der möglichen Betreuung der lieben Kleinen vereinbar ist.

Aber sobald es um (steuerliche) Erleichterungen für Eltern geht, wird es direkt als Bestrafung für Kinderlose angesehen. Warum? Darum geht es doch gar nicht! Ich weiß zu gut, dass es genügend Menschen gibt, die nicht freiwillig und ungerechterweise kinderlos sind. – Mir geht es darum, dass das Kinder kriegen und haben nicht abgestraft werden darf. Denn wenn das so bleibt, dann…

Warum tragen wir nicht gemeinsam die Kosten, die Kinder nun einmal mit sich bringen, wo wir hinterher auch alle von diesen Kindern und ihren Steuerzahlungen abhängig sind?

Und nun auf mich mit Gebrüll 😉
Eure schnuppismama

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7 Kommentare zu „Eltern sein – ein (teures!) Ehrenamt?!

  1. Was meinst du, was ich froh bin, dass ich noch was für die Erziehung meiner Tochter bekommen habe. Das war ja vorher auch nicht vorgesehen.
    So ist meine Rente doch noch um ein wenig gestiegen.
    Warte mal ab, die Erziehungszeiten werden später dazu gerechnet, denke ich.
    Liebe Grüße Bärbel

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  2. 😦 es ist einfach nur schockierend und sicher mit ein grund, dass viele menschen – mich eingeschlossen – sich ernsthaft die frage stellen: will (und kann) ich mir das leisten? es geht halt jeder anreiz verloren, geht einher mit ernsthaften sorgen, wie man das bewerkstelligen soll, ist noch gepaart mit hohen scheidungsraten und braucht in meinen augen mittlerweile schon viel idealismus, mehr als eins zu bekommen.

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    1. Ob Scheidungen damit wirklich etwas zu tun haben, weiß ich nicht. Es lassen sich heute einfach viel zu viele zu vorschnell scheiden. Im Endeffekt hat es ja damit zu tun, dass es nicht so läuft, wie es ist – ob nun mit oder ohne Kinder. Eine Statistik sagt übrigens, dass Paare mit zwei Kindern die größte Chance haben, glücklich zu sein 😉
      Einen Anreiz braucht es bei großem Kinderwunsch auch nicht. Ich möchte dafür sicherlich nicht „vom Staat belohnt werden“ – ich möchte nur einfach nicht dafür abgestraft werden!

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      1. das ist gut zu wissen 😉
        ich hab mich glaub ich vielleicht nicht ganz so gut ausgedrückt. das war eigentlich eh genau das was ich gemeint hab – es sollte so sein, dass man durch die entscheidung, kinder zu bekommen, keinen „schaden“ hat.

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  3. Ja. Deshalb hab ich auch das (damals noch nur eine) Kind aus dem CV gelassen. Beim Vorstellungsgespräch würde ich nicht nach Kindern gefragt. Gelogen hätte ich definitiv nicht, aber schon wegen des nicht Erwähnens hab ich ein tierisch schlechtes Gewissen gehabt. Und unfassbare Angst, in der Probezeit rauszufliegen… Unbegründet, aber ob das in Deutschland auch so entspannt gesehen würde wage ich mal zu bezweifeln.
    Seufz.

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