aus dem Mama-Leben

Was ist denn nun mit den Bundesjugendspielen?

Man kam an dem Thema nicht vorbei. Selbst, wo es mich selbst nicht mehr und als Mutter noch nicht betrifft, habe ich schon jede Menge darüber gelesen – und letztendlich die Petition unterschrieben.

Warum? – Das erkläre ich gerne!

Selbst wäre ich nie auf die Idee gekommen, die Einstellung der Bundesjugendspiele zu fordern. Manche Dinge sind traditionsbedingt so in unserem Leben und unserem Kopf verwurzelt, dass wir sie einfach nicht in Frage stellen.

Generell würde ich mich schon als eher konservativ und traditionsliebend bezeichnen – das heißt aber nicht, dass ich zweifelhafte Traditionen, Werte und Institutionen nicht hinterfrage und auch für deren „Aktualisierung“ oder eben auch Abschaffung bin.

Als es nun um die Bundesjugendspiele ging, fing ich an zu grübeln. Bin ich dafür? Bin ich dagegen? Hab ich da überhaupt eine Meinung zu? Da es meine Kinder in nicht allzu ferner Zukunft betreffen wird, empfand ich es als nicht richtig, mich einfach zu enthalten.

Ich selbst war als Kind nicht gerade ein Fan der Bundesjugendspiele. Gab es bei den ersten Malen noch die „Trost-Teilnehmer-Urkunde“, gab es dann selbst die mit steigendem Alter nicht mehr. Besonders gemein fand ich, dass ich als Herbstkind für die entsprechende Urkunde viel mehr hätte leisten müssen als die Mehrheit meiner Freunde, die im darauffolgenden Frühjahr ihre Geburtstage hatten. Ich verstehe bis heute nicht, warum hier die Anforderungen innerhalb eines Schuljahrgangs nicht identisch sind – so wie in allen anderen Fächern auch!

Meine Erlösung kam erst in der Oberstufe, wo ich mir meinen Sport selbst aussuchen konnte. Mit den entsprechenden Sportkursen meiner Wahl, sahnte ich nun immer gute Punkte ab. Klar, eine zu frühe Spezialisierung finde ich auch nicht förderlich. Dass der Sportunterricht vorher also eher vielfältig angelegt ist (bzw. sein sollte), finde ich absolut richtig.

Die Bundesjugendspiele hingegen sind aber keineswegs vielfältig. Es ist eine Leistungsabfrage der Leichtathletik – und das auch noch vor der gesamten Schule!  Mit Hänseleien hatte ich trotz mangelnder Urkunden nie zu tun – meine Freunde waren da sogar in dem noch gnadenlosen Alter echte Freunde. Es spielte keine Rolle. Für mein Selbstwertgefühl und meine Selbsteinschätzung hingegen, waren die Bundesjugendspiele der reine Horror! Mir wurde Unsportlichkeit attestiert – und ich glaubte dies sofort! Dass ich tagtäglich – mit Erfolg – zum Balletttraining ging, spielte ja keine Rolle – Tanz wurde zu diesem Zeitpunkt der Schullaufbahn ja noch gar nicht abgefragt.

Will mir heute also jemand erzählen, dass man unbedingt an den Bundesjugendspielen festhalten muss, weil die Kinder heutzutage eh zu wenig Sport machen und viel zu dick werden, dann frage ich mich, was die Bundesjugendspiele daran bitteschön ändern sollten? Meine Meinung? GAR NICHTS!

Was ich mir wünsche?

Gestaltet den Sportunterricht in den Schulen vielfältig und interessant!

Fördert die Vorlieben und Talente, ohne dabei auch die nicht so geliebten Sportarten ganz wegzulassen!

Veranstaltet Sportfeste!

Lockt die Kinder mit positiven Erfahrungen zum Sport und in die Vereine!

Motiviert! Spornt sie an!

.

Es gibt soviel Besseres als die Bundesjugendspiele – packen wir’s an!


Und wer vielleicht ähnlich denkt wie ich – noch kann man die Petition unterschreiben 😉

Eure schnuppismama 🙂

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12 Kommentare zu „Was ist denn nun mit den Bundesjugendspielen?

  1. Ich war auch immer eine Niete.
    Laufen, springen, werfen, alles nicht meine Disziplinen.
    Von mir aus können sie die Bundesjugendspiele abschaffen.
    Denn es gibt wohl viele, die minder bemittelt sind in dieser Art.
    Als ich zuerst davon las, dachte, wie können sie nur!!!
    Aber inzwischen habe ich nachgedacht und ich sehe es ein.
    Liebe Grüße Bärbel

    Gefällt 1 Person

  2. Ich war auch nicht gerade der Held der BJspiele. Trotzdem bin ich nicht für eine Abschaffung. die sollen ruhig in Bewegung kommen und auch merken, das Leben ist keine Truhe voller Glückseligkeiten. Da muss man mit durch – wie wir alle. Hat es geschadet? Wohl kaum.

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    1. Ja, für mich war es wirklich bescheiden. Ich war in dem Alter nicht mit dem nötigen Selbstbewusstsein ausgestattet und habe mir Unsportlichkeit eingeredet, nur weil ich kein Leichtathletik-Typ bin. Das finde ich schade. Mir sind die BJS viel zu einseitig. Für Bewegung fördern etc. bin ich auch – total!!!

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      1. Heute brauche ich keinen Trost mehr – heute weiß ich, was ich kann. Und das lässt sich auch im sportlichen Bereich sehen!
        Damals als unsicheres Mäuschen wäre ein anderer Umgang mit den BJS mehr als hilfreich gewesen. Ich hätte mich sportlich nicht aufgegeben. So hatte ich aber den Stempel aufgedrückt bekommen.
        Ich wüsste auch nicht, was GEGEN eine „Überarbeitung“ der BJS spricht 😉

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  3. Was machst denn sportlich? Läufst du?
    Ich habe mit Sport nicht viel am Hut. Mein Kleiner dagegen… bei dem stecken Opas Gene drin. Der war mal Zehnkämpfer.
    Gegen eine Überarbeitung der disziplinen habe ich auch nichts – nur abschaffen wäre ein fataler Fehler. Sport fällt eh oft aus in der Schule – zumindest kam mir das immer so vor.

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      1. Theater… also Ballett, oder? Nicht ganz meine welt aber ich bewundere die Körperbeherrschung.
        Mein Junior wollte auch Ballett machen… aber als er hörte, dass man als Junge sich verkleiden und/oder „Strumpfhosen“ tragen muss, fand er das nicht mehr so toll 😉

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