aus dem Mama-Leben

Vormittags an der Supermarktkasse…

…da kann man was erleben. Vormittags an der Supermarktkasse, da ist was los…
Bevor ich gleich im Strahl ko… erbreche, schreibe ich es lieber nieder:

Wir befinden uns im Supermarkt meines Vertrauens meiner Gewohnheit (mittlerweile weiß ich, was man da sehr gut kaufen kann, und auch, was man dort keinesfalls kaufen sollte). Es ist ein kleiner Markt, was einem zwar nicht das riesen Sortiment beschert, dafür wird man (vor-)namentlich begrüßt, hat kaum bis gar keine Wartezeit an Frischetheken und Kasse, die Preise sind trotzdem moderat und die Mitarbeiter einsame Spitze! Nur mit der Chefin, mit der komme ich gar nicht klar. Das Schöne ist, wenn wir (mal wieder) aneinander geraten, dass der ganze Markt zuhören darf, da selbige ein Organ hat, was selbst meines, welchem eine nicht gerade moderate Lautstärke zugeschrieben wird, locker in den Schatten stellt. Ich warte noch auf den Moment, wo ich ihr so ganz erwachsen an den Kopf werfen werde, dass ich nur wegen ihrer tollen Mitarbeiterinnen komme und das auch weiterhin tue, obwohl sie alles daran setzt mich zu vergraulen. Allerdings werde ich dann hinterher zuhause Stress bekommen mit meiner besseren Hälfte. Er findet, ich muss das nicht eskalieren lassen. Ich finde aber, ich bin der Kunde und darf das! Und nein, ich bin nicht kindisch :p

Nun müsst Ihr wissen, dass vormittags immer alle Zeit haben – ja: immer (!) und ja: alle (!). Wobei, nein, bei „alle“ muss man dann doch noch unterscheiden. Senioren haben nicht soviel Zeit wie Mütter. Weil Mütter hocken ja, während die Kinder fein fremdbetreut werden, nur zuhause rum, machen sich die Nägel, schlürfen eine Latte nach der anderen und gucken Hartz-IV-TV.

SO.EIN.FAULES.PACK!!!1!!!11!!EINSELF!!!

So kommt es schon einmal vor (jetzt bitte alle Leser überrascht tun: meistens bei besagter Chefin), dass zunächst die älteren Herrschaften bedient werden, damit diese nicht so lange warten müssen. Mit dem dezenten Hinweis auf die unendliche Freizeit der Muddis. Hab sie einst um einen Stuhl gebeten und mich bedankt, dass sie meine Haushaltshilfe für den Vormittag zahlt und ich es mir hier gern gemütlich mache. Danach lief es dann mal einige Zeit. Sicherlich rein aus Mitleid, dass ich gar nicht raffe, wie herrlich faul mein Leben ist.

Nun ist es ja auch unvorstellbar, dass ich die Betreuungszeit meiner Kinder so extrem kurz gewählt habe und in dieser Zeit Fahrtwege, Einkäufe und Teilzeitjob (zugegebenermaßen zeitlich zu knapp kalkuliert) irgendwie unterbringe, dass ich tatsächlich keine Zeit habe. Auch gerade dann nicht, wenn ich noch eines der Kind krank mitschleppe – Eltern wissen, wovon ich spreche…

Da ist es auch kein Trost, wenn dieses Mal die Chefin nicht involviert war, als sich folgendes abspielte, welches meinen Geduldsfaden………

Wir befinden uns an der Supermarktkasse. Eine neue Mitarbeiterin, im Folgenden „die Neue“ genannt, wird von einer langjährigen, im Folgenden „alter Hase“ genannt, eingearbeitet. Es ist die einzige der drei zwei Kassen (die dritte zählt nicht wirklich, ist eine reine Barzahlungskasse, die nur an den „Bitte-alle-heute-einkaufen-es-gibt-nie-wieder-was“-Einkaufstagen zu Stoßzeiten öffnet), die geöffnet hat. Die Neue zieht die Waren schon relativ flüssig übers Band, aber es sieht noch ein wenig nach Slo-Mo aus. Kein Ding. Vor mir ist nur eine ältere Dame, die gerade dran ist, im Folgenden „die Bescheidwisserin“ genannt. Folgendes hat sich zugetragen…

Ein Kassenprotokoll:

alter Hase: „Du wirst dann schon noch automatisch schneller, wenn Du siehst, wie die Schlange an der Kasse immer länger wird – so wie jetzt gerade, GUCK!“ (Druck machen kann sie, hätte ich von der gar nicht gedacht hat)

die Neue: „…“ (guckt nervös hoch, wird hektisch)

die Bescheidwisserin: „Ja, ja, schneller, aber nicht hektisch werden, ne? Muss ja alles ganz genau sein!“

die Neue: „…“ (bekommt hochroten Kopf, macht hektisch weiter)

die Bescheidwisserin: „…na, wir haben aber ja alle Zeit!“

die Alte: „Wenn das man immer so wäre. Manche haben es hier grundsätzlich so eilig.“

die Bescheidwisserin: „Hören Sie mir auf mit denen! Die wollen dann immer vorgelassen werden, weil sie es ach so eilig haben und da-haaaaaan [sie beginnt walisch zu reden, bitte ab hier sich selbst ebenfalls auf walisch vorlesen], wenn ich die dann auuuusnahmsweiiiiiise mal vorlasse, weil ich bin ja ein netter Mensch und habe ja auch immer Verstä-hääääändnis und ich haaaaaab ja auch die Zeit, aber ich lasse mich halt nicht gerne an der Naaaaaase herumführen! Also, äääääääääh, wenn die dann rausgehen und ich da-haaaan nääääämlich einen laaaangen Hals mache, um zu prü… ääääääääh, um nachzusehen, ob die es auch wirklich eilig haben, dann unterhaaaaaaalten die sich draußen! Eeeeeeeeecht! Da-haaaaaan haben die auf einmal eeeeeewig Zeit zu schnacken! Das muss man sich mal voooooorstelllen…“

Vorstellen muss man sich hier, dass der Kassiervorgang mit der Bescheidwisserin mittlerweile abgeschlossen ist und bereits meine ersten Waren über das Band gezogen werden. Da die Bescheidwisserin aber noch nicht fertig ist mit lamentieren den unverschämten Leuten, komme ich nicht an meine gescannten Einkäufe ran, ergo kann ich diese auch nicht einräumen.

die Alte: „Ja, das kenn ich! Ich gucke denen ja auch immer hinterher und schaue. Und alle, die es hier drin so eilig hatten, quatschen dann draußen noch in Ruhe.“

ich: „Dürfte ich mal…?“

Blicke – was für welche…

Muddi mit Kind, kann die mal warten?!

…Geduldsfaden…


Humorvolle Grüsslies
Eure schnuppismama

 

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9 Kommentare zu „Vormittags an der Supermarktkasse…

  1. Schön geschrieben! Und ich kann es so was von nachvollziehen. Gestern ähnliches bei mir: Mama, Teilzeitjob, Kinderkurzbertreut, noch schnell einkaufen. Halber Einkuafswagen voll. Drängelt sich eine Omi mit ner vollen Plastiktüte vor! Guckt mich nur blöd an, fragt nix, sagt nix. Em Ende hat sie alle Waren aufs Band gepackt, aus dem Beutel! Das hat war dann mehr als ich hatte. Und dann musste sie uuuuuuuuuuuuunbedingt passend bezahlen, in Münzen. Natürlich die ganze Zeit schnackend mit der Verkäuferin. Ja, da hat man es echt satt. Bleib tapfer und schreib weiterhin so schöne Beiträge 😉

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  2. Das kennen wir doch alle! Da hilft nur, vor dem Betreten des Ladens, spätestens in der Warteschlange an der Kasse „Ohrenschützer aufsetzen und Scheuklappen rechts und links an die Augen“, nichts sehen, nichts hören…..und nicht vergessen, alles geht mal vorrüber. 😉
    Lieben Gruß
    moni

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  3. Ist das die richtige Chefin oder die Geschäftsführerin? Bei Zweitem gibt es einen netten Trick. Chefnamen etc. herausfinden, dann sagen: „Falls sie vergessen haben, dass der Kunde König ist und sie ihren Job anscheinend nicht wirklich beherrschen, sollte ich mal mit Herrn/Frau X darüber sprechen…. Da wirst du manche rote Gesichter sehen 🙂
    Oder ganz freundlich frage, was ihr lieber ist: Kunden loswerden oder Umsatz machen? Und nicht vergessen, Mundpropaganda ist fixer als ein Blitz 😀
    Das mit dem Stuhl war ne geile Idee 😀

    Was diese Drängler angeht… die nerven ziemlich. Vor allen Dingen, wenn sie mehr haben als du und vordrängeln wollen. Null Chance bei mir 😉

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    1. Chefin = Frau des Inhabers. Er ist ein netter Trottel. Sie ne Furie. Beide schon „gehobeneren Alters“. Wie gesagt ist deren Personal so klasse, dass ich deswegen weiterhin hingehe. Und das lasse ich auch jeden wissen 😎

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      1. Ok, das klappt dann ja nicht 😉
        Vielleicht findest mal einen kleinen Miniklappstuhl. Den hast denn dabei und wenn es mal wieder knistert, setzt dich auf den Stuhl. „Für den Fall das es länger dauert“ 😀 Frechheit siegt 😉

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