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Weil auch Glitzer eine Farbe ist {Alles Gender, oder was?}

Die Welt ist im Gender-Wahnsinn – so mein Eindruck. Alles muss „durch-genderisiert“ sein oder bitte schnellstmöglich werden, zudem auf jeden Fall politisch höchst korrekt – ich könnte… nun ja, Ihr wisst schon!

Was ich hingegen spitze finde ist die Tatsache, dass Kinder zunehmend weniger in die Geschlechterrollen gezwungen werden (sollen). Es wird zwar noch betont, dass der Junge mit Puppen spielt / ein Kleid trägt / eine Spielküche hat und dass das Mädchen ihre Carrera-Bahn über alles liebt / nur blau tragen möchte / Röcke hasst, doch soll es eben Normalität werden – auf dass dies, was Selbstverständlichkeit sein sollte, nicht mehr betont und so extrem thematisiert werden muss.


Ein Misch-Masch-Mädchen
– ganz modern

Mini-L ist eh in kein Klischee reinzupressen. Sie ist dermaßen vielseitig interessiert, dass es mich darin bestätigt, dass ich meine Kinder auch nicht unterbewusst in eine Richtung gedrängt habe.

Mini-L zieht sich gerne Kleider und Röcke an, betrachtet sich im Spiegel, um voller Selbstbewusstsein zu konstatieren „Ich bin chic – und hübsch!“ …und dann zieht sie von dannen, um mit ihrer Autogarage zu spielen – auf der ab und an auch mal Onchao (Einhorn aus Mia&Me) landet. Sie vermixt alles, probiert alles aus, ist aufbrausend und stürmisch, selten ohne blaue Flecken und/oder Schürfwunden unterwegs… Sie liebt Tanzen und im Matsch „baden“, sie liebt Puppen und ihre Eisenbahn – sie ist alles und darf alles und probiert alles (außer beim Essen 😉 ).

Knupsi Autogarage

Sie strotzt vor Selbstbewusstsein und geht ihren ganz eigenen Weg! Ich bin wahrlich gespannt, was uns mit ihr noch alles bevorsteht 😉


 

Ein typisches Mädchen
– einfach so

Wie so oft, wenn ich von meinen Töchtern zu einem bestimmten Thema berichte, ist es auch hier so, dass sie einfach unterschiedlich sind. Denn unsere Große, die liebe Schnuppi, ist aus veralteter Sicht ein typisches Mädchen. Sie liebt Röcke und Kleider, sie macht sich gerne chic, sie möchte den ganzen Tag mit Puppen spielen und lechzt nach rosa-bling-bling mit dem Sahnetüpfelchen von Glitzer. Da steh ich dann nun als Mutter und muss mir vorwurfsvolle Blicke gefallen lassen, wenn ich „Mädchen-Kram“ kaufe wie die rosa Ü-Eier – das Böse der Konsumindustrie, das Mädchen in eine Ecke drängen möchte. Dass mein Kind nun einmal lieber die Disney Prinzessinnen daraus haben möchte als alles andere, das kommt denen nicht in den Sinn. Nein, sie sehen eine Mutter, die auf die Mädchen-Produkte rein fällt und ihr Kind in eine Ecke drängt.

Ja, Schnuppi lebt das Klischee – in Großteilen. Anerzogen, erzwungen und gewollt? Ach kommt, wir haben immer darauf wert gelegt, die Spielangebote möglichst vielfältig und nicht mädchen-lastig zu gestalten: Eisenbahn, ferngesteuertes Auto, Werkzeugkoffer… Es wurde alles brav zur Kenntnis genommen, kurz bespielt – und weggeräumt. Nein, tatsächlich spielt sie ab und an mit diesen Dingen. Sie hat nämlich nicht nur Freundinnen, wie man jetzt vielleicht hätte vermuten können, nein sie hat auch Kumpels, die wiederum auch viel und gerne mit ihrem „Mädchenkram“ spielen. Es lässt sich mit all den Puppen beispielsweise wunderbar Familie spielen. Und der Reiterhof nebst Hofladen von Playmobil kommt auch immer super an bei ihren Freundinnen und Freunden. Doch gerade das Playmobil verschwindet oft schnell wieder in Kiste und Schrank, mit den Worten: „Nun möchte ich aber wieder meine Barbie-Welt aufbauen!“ (Barbies sind ja das schlimmste überhaupt, so von wegen nicht naturgetreu und Schlankheitswahn und so. Aber was machen, wenn es der Herzenswunsch ist? Irgendwo sehen sie diese Sachen dann doch.)

Also auf mich mit Gebrüll, dass ich mein Kind machen lasse? Meinetwegen. Ich habe mir hier nichts „vorzuwerfen“. Wir haben alles gegeben, sie offen sein zu lassen für jegliche Art des Spielens und Seins. Und dann ist ihr Wunschzettel voll mit Barbies, Schleich Pferden, Puppen & Co. – und so sieht es mittlerweile einfach in ihrem Zimmer aus.IMG_0742

Aber das ist eben nicht alles. Schnuppi ist viel mehr als ausschließlich typisch Mädchen. Als sie sich ihr Fahrrad ausgesucht hat, sollte es unbedingt das dunkelblaue Capt’n Sharky sein. Und beim Roller? Da sollte es der giftgrüne sein. Und jetzt ratet? Natürlich stehen jetzt genau diese in unserem Schuppen und sie werden heiß und innig geliebt, denn das waren genau die, die sie sich gewünscht hat! Ebenso wie der dunkelblaue Pulli mit simplem Schriftzug… ach, und dann war da ja noch was… die Star Wars Shirts. Da bekam ausgerechnet meine Maxi-L im Kindergarten direkt an den Kopf geworfen „Das ist aber ein Jungs-Shirt!“ Ihre Antwort war so simpel: „Ich spiele ja auch gerne mit Jungs.“ Ich glaube, sie hat gar nicht verstanden, was der Junge ihr sagen wollte, weil es dies „Jungssachen“ und „Mädchensachen“ in ihrem Kopf gar nicht gibt.

captn sharky rad

[hier bitte Shitstorm für Stützräder einfügen – oder einfach mal die Klappe halten, weil keinen Schimmer für die guten Gründe 😉 ]


Lasst den Kindern die Freiheit sie selbst zu sein
– unabhängig vom Geschlecht

Ich finde es gut und wichtig, dass die Genderrollen aufgehoben werden, dass Kinder sich nicht nach Geschlecht für ihr Spielzeug entscheiden müssen und in eine bestimmte Rolle gedrängt und gepresst werden und damit nicht mehr sie selbst sein dürfen. Dafür bedarf es Toleranz, Mut und Unvoreingenommenheit – und zwar in jeglicher Hinsicht. Es liegt also noch ein Stück Weg vor uns, bis auch im letzten Kopf angekommen ist, dass es darauf ankommt, dass jedes Kind einfach so sein kann, wie es ist, ohne geschlechtsspezifische Schablone.

Und so gilt für uns: Meine Kinder dürfen tragen, was sie möchten und sind keine durchgenderisierten Mädels, nur weil sie gerne Bling-Bling, Glitzer und Rosa-Lila-Pink-Violett tragen – und ja, auch Glitzer ist eine Farbe!

Und Schnuppi ist ein wunderbares Vorbild für ihre kleine Schwester, wenn sie ihr vorlebt, dass es auf die Freundschaften ankommt, dass man diese pflegt, dass man gemeinsam etwas findet, womit man gerne zusammen spielt und da auch mal Kompromisse eingeht. Da hat sie vielen Erwachsen etwas voraus.

Also soll sie doch – gemeinsam mit ihrer Schwester – durch ihre Bling-Bling-Glitzer-Elfen-Barbie-Puppen-Prinzessinnen-Phantasiewelt fliegen. Auf dass sie ihren Spaß haben und ganz Kind sein dürfen- und zwar genau das Kind, was jede von ihnen ist – dann hab ich mein Ziel erreicht.

Von uns aus stehen unseren Kindern alle Möglichkeiten offen! Und wer weiß, wie sich das alles mal entwickelt? Vielleicht schreibe ich Euch in 10 Jahren von meinem Gothic-Girl und meinem Punk? Wer weiß das schon… Hauptsache, sie dürfen sich ausleben!

(Ich gebe an dieser Stelle aber zu, dass ich hoffe, dass die Pubertät hier nicht zu heftig wird… aber das ist ein anderes Thema und hat einfach noch Zeit!)

 


 

Linkparty_Maerz

Die liebe Wiebke von Verflixter Alltag hat auch im März wieder zu einer Linkparty eingeladen – dies ist mein Beitrag dazu.

Ihre anleitenden Fragen zu dem Thema sind:

Wie erlebt Ihr das Thema Gender bei Euch im Alltag? (Junge / Mädchen Vater / Mutter)

Wie haben sich die Geschlechterrollen in der Zeit gewandelt? Wie war es beispielsweise in Eurer Kindheit? Wie waren Eure Vorstellungen vor der Geburt?

Wie behandelt Ihr Eure Kinder heute? Kommen Jungs- und Mädchen- Klischees zum Tragen?

Was bringt Euch bei dem Thema vielleicht auf die Palme?

Habt Ihr lustige Anekdoten erlebt?

Wie erlebt Ihr die stark geschlechtsdifferenzierende Konsumindustrie?

Wer hat Eurer Meinung nach Einfluss auf die Herausbildung der Geschlechterrollen?

 


 

 

Du hast auch was zu dem Thema zu sagen? Wolltest schon immer mal Deine Meinung hierzu kund tun?

Los – mach doch auch mit – bis 31. März ist dafür Zeit!

Eure schnuppismama

 

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4 Kommentare zu „Weil auch Glitzer eine Farbe ist {Alles Gender, oder was?}

  1. Ich hasse dieses ganze dämliche Gender – Getratsche… Hört endlich auf und lasst Mensch einfach wieder Mensch sein.
    Hey, die Tut Tut Babygarage steht hier auch noch herum und ab und an packt sogar Herr Zwackelmann sie nochmal wieder aus 😉

    Gefällt 1 Person

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