aus dem Mama-Leben

Ich schaff das schon alles, oder doch nicht? Mein Weg zur {Mutter-Kind-Kur}

Vorgeschichte

Aufgrund meiner Schilddrüsenunterfunktion ging ich zu meiner Hausärztin zur regelmäßigen Blutkontrolle. Ich war mir sicher, dass sich meine Werte (erstmalig) verschlechtert hatten. Schlapp, müde, erschöpft… ich war einfach fix und alle.

Mein Blut sagte anderes und meine Ärztin sprach es aus: „Ich gratuliere! Ihre Werte sind so gut, dass Sie keine Tabletten mehr brauchen!“

Häh? Was? Ich meine natürlich: „Wie bitte?! Wie kann das denn jetzt sein. Mir geht’s momentan gegenteilig! Immer müde, immer kaputt, mit den Nerven zu Fuß…“

„Haben Sie schon einmal über eine Mutter-Kind-Kur nachgedacht?“

Zugegeben – nein! Ich? Wieso denn ich? Warum sollte ich also eine Kur brauchen? Na ja, sich informieren hat noch nie geschadet. Einige Monate vorher hatten sich bei uns im Kindergarten zwei Damen von der Diakonie vorgestellt; eine davon als Zuständige für die Mutter-Kind-Kur-Beratung. Tatsächlich fand ich den Flyer wieder und machte direkt einen Termin aus. Erst einmal nur informieren, dann kann ich mir das ja immer noch überlegen, ist bestimmt nichts für mich…

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Beratung und Hilfe bei der Diakonie

Das Beratungsgespräch hat eine geschlagene Stunde gedauert. Ich schilderte meine Situation: nur zwei Kinder, die auch noch vormittags im Kindergarten sind und ich diese maximal dreieinhalb Stunden Nettozeit für zwei Stunden Arbeiten plus Einkauf plus Haushalt habe…

Dann die Antworten auf ihre Rückfragen:

  • Ja, mein Mann arbeitet Vollzeit.
  • Nein, wir haben keine Familie vor Ort und somit keine Möglichkeit, kurzfristige/spontane (mal eben) Unterstützung zu bekommen.
  • Nein, es läuft nicht gut mit dem stundenweisen Job, auch wenn sich HomeOffice so gut anhört. Chef ist kinderlos, nimmt keinerlei Rücksicht. Die wenigen Stunden würde er gerne, wann immer es ihm gerade passt, von morgens bis abends abrufen, etc. pp.
  • Nein, der Nachtschlaf ist nicht sonderlich erholsam. Oft kommt eine der beiden nachts, manchmal beide.

 

Fazit: Sie sind der typische Fall für die Kur!

Ich bekam nun von ihr zig Formulare – es nahm kein Ende:

  1. Selbstauskunftsbogen zum Antrag auf stationäre Leistungen zur Vorsorge/Rehabilitation für Mütter/Väter und Kind/Kinder nach §§ 24, 41 SGB V
    Ein sechsseitiges Formular, für welches man sich wirklich Zeit und Ruhe nehmen muss. Hier darf nichts geschönigt oder klein geredet werden. Ehrlich sein beim Ausfüllen! Zurückhaltung ist hier fehl am Platz!
    ProTipp: Das Ausfüllen an einem der schlechten Tage machen, um so ehrlich wie möglich zu sein!
  2. Verordnung von Medizinischer Vorsorge für Mütter/Väter nach § 24 SGB V
    Hierbei handelt es sich um das von dem Hausarzt/der Hausärztin auszufüllende Attest.
    Wird dies korrekt ausgefüllt, sollte immer eine zeitweilige Entlastung und Distanzierung vom sozialen Umfeld als nötig erachtet werden. Gleichzeitig sollte es eine gute Prognose geben, dass in der Kur Umstellungen angeregt werden, die anschließend auch umgesetzt werden, so dass die Maßnahme zu einer nachhaltigen Verbesserung führt.
  3. Ärztliches Attest für das Kind/die Kinder
    Um die Kinder mitnehmen zu können/dürfen, muss vom behandelnden Kinderarzt dieses Attest für jedes Kind entsprechend ausgefüllt werden.

 

Das klingt jetzt alles vielleicht erst einmal viel, aber die Ärzte nehmen einem  hier viel Arbeit ab. Lediglich für den Selbstauskunftsbogen sollte man sich die nötige Zeit und Ruhe nehmen. Für die ärztlichen Bescheinigungen muss man quasi nur die Fahrtzeiten für das Hinbringen und wieder Abholen der Formulare einplanen. Wie schnell diese vom Arzt ausgefüllt werden, hängt natürlich vom Arzt selber ab. Bei uns ging das sowohl beim Haus- als auch beim Kinderarzt innerhalb weniger Tage.


 

Mit den fertigen Unterlagen bin ich wieder zu meiner tollen Beraterin der Diakonie. Zusammen mit ihr habe ich die bestmöglich passende Einrichtung ausgesucht – sowohl was meine persönlichen als auch medizinisch notwendigen Faktoren angeht. Auch lief die Beantragung der Kur anschließend über die Diakonie – und eine gute Woche später hatte ich die Bestätigung der Krankenkasse im Briefkasten.

Und wenn ich eine Absage bekommen hätte? Einspruch einlegen lohnt fast immer. Auch hier steht einem die Diakonie weiterhin beratend und helfend zur Seite! IMG_2962


 

Und Ihr?

Fühlt Ihr Euch auch „nicht Kur-würdig“?

Seid Ihr Euch zumindest nicht sicher, ob Ihr eine Kur wirklich braucht oder diese eine gute Idee für Euch wäre?

Lasst Euch doch einfach mal beraten – auch ohne ärztlichen Tritt in den Allerwertesten 😉


Oder wollt Ihr erst einmal abwarten, was ich während und nach der Kur zu berichten habe? Klar, wird es hier alles zu lesen geben 🙂 Und ja, ich gebe zu, ich weiß auch nicht, was mich erwartet und wie es funktionieren wird. Ob meine Kinder gut mitmachen und wir uns wohlfühlen werden… Seid mit mir gespannt!


Bleibt dran!
Eure schnuppismama


Diesen Beitrag habe ich heute der Blogparade der Landfamilie zum Thema Kur hinzugefügt.

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17 Kommentare zu „Ich schaff das schon alles, oder doch nicht? Mein Weg zur {Mutter-Kind-Kur}

  1. Finde es toll, dass du das machst! Das wird euch sicherlich gut tun.
    Ich fände das für uns auch schön, aber bin da ein wenig in der Privat-Versichert-Beamtenanwärter-Schlinge, bei der einem so eine Kur auf Grund von Erschöpfung o.ä. ganz schnell zum Verhängnis werden kann. Da müsste ich mich zu erst eingehend informieren, inwiefern Amtsärzte (etc) einen deshalb als nicht belastbar für den Job ansehen.
    Viel Erfolg beim Durchbekommen des Antrags!!!

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  2. Ich wünsche dir eine tolle erholsame Zeit mit deinen Kindern.

    Viele trauen sich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht (Unwissenheit//Scham etc.) eine Kur zu beantragen. Das bedauere ich sehr, weil solche Wochen der aktiven Erholung einfach gut tun. Ich selber habe auch schon eine Kur gemacht und war sehr begeistert. Vom Haus, von der Gegend, vom Erholungseffekt.

    Sonnige Grüße
    Jana

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  3. Daumen hoch für deine Entscheidung.
    Und ich finde nicht, dass man sich schämen oder irgendwelche Schwächen eingestehen muss.
    Man will doch dass es sich und den Kindern gut geht und dafür brauchen sie eine Mama, die Kraft und Energie hat!

    Ich würde so gerne eine Kur machen. Schon länger. Vielleicht sollte ich mich mal beraten lassen. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, 6 Wochen für die 3 alleine da zu sein. Das stelle ich mir äußerst anstrenend vor, besonders abends, nachts und morgens.

    Ich bin so auf deinen Bericht gespannt!

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    1. Die Kur geht (erst einmal) „nur“ DREI Wochen! Und mit ganz vielem steht man eben so gar nicht alleine da, da die Kinder zB auch beim Mittagessen betreut werden und man wirklich auch tagsüber Zeit bekommt, sich ganz auf sich zu konzentrieren. Und ich denke auch, dass es in den seltensten Fällen eine Verlängerung dieser drei Wochen gibt. Zudem kannst Du das Ziel ein wenig „mitbestimmen“. Du kannst zum Beispiel als Auswahlkriterium im Antrag angeben, dass Du keine weite Anreise machen schaffen kannst – und dann gibt es Einrichtungen in der Nähe. Wir werden zB mindestens ein Wochenende Besuch vom schnuppispapa bekommen – der allerdings in eine Pension muss, da wir in einem Haus rein für Mütter sind, wo auch nur Frauen rein dürfen.
      Lass Dich beraten – ich bin mir sicher, dass es für jede Mama ein passendes Modell gibt!

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      1. Das mit dem Fremdbetreuen ist halt so eine Sache. Hat im Urlaub auch nicht geklappt und TinyBro kann ich eh noch nicht abgeben.
        Nunja, ich denke, ich sollte mich mal beraten lassen, aber ich glaube, dass das am Ende mehr Stress ist.

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      2. Im Urlaub wäre ich mir da auch nicht so sicher, aber hier wird es eine richtige Eingewöhung geben. Ich gehe das ganze optimistisch an. Es klappt bei soooooo vielen, warum nicht bei mir 🙂 Lass Dich beraten, wann für Dich/Euch ein guter Zeitpunkt sein würde!!

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  4. Das klingt sehr gut! Wow, darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich denk ja immer: Ich? So gestresst darf ich doch gar nicht sein. Ich hab dich nur ein Kind, nur eine 20 Stunden-Woche auf der Arbeit. Und das bisschen Haushalt … Und Hobbies? Wer braucht schon Hobbies … Hust. Man ist ja auch irgendwie so erzogen, dass man alles selber schaffen muss und alles andere Schwäche zeigen wäre. Ich finde es toll, dass du die Möglichkeit der Kur für dich nutzt und bin sehr gespannt, was du berichten wirst! Erhol dich gut :* Ganz liebe Grüße!!!

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