Kirchenwelt

Der Gipfel der Passionszeit… {Karfreitag}

Wer schon etwas länger bei mir liest, weiß, dass ich sehr gläubig (und trotzdem „nur“ evangelisch) bin und die Kirche mein zweites Zuhause ist. Ich bin mit, ach gar, in der Kirche aufgewachsen. Wenn ich in die Kirche gehe, kann ich aufatmen, mich auf mich konzentrieren, mich besinnen, Ruhe finden und zur Ruhe kommen, mir Beruhigung und Trost holen…

Gerade in diesen schrecklichen Zeiten, wo Terroristen Religionen missbrauchen

Gerade wenn der Alltag nur so an einem vorbeirauscht und man eigentlich momentan so gar keine Zeit hat für die Kirche…

Gerade in dieser Zeit, da war ich nun zum ersten Mal eingeteilt beim sogenannten „Kirchenvorstands-Unterstützungsdienst“, wozu unter anderem das Vortragen der Lesung gehört. Eigentlich passte mir das gerade gar nicht. Es ist gerade alles soviel. Ich wollte einfach nur meine Ruhe. So schleppte ich mich am Mittwoch Abend zur Passionsandacht, der dritten in dieser Woche. Wie in vielen evangelischen Gemeinden üblich, werden in diesen speziellen Wochen- / Passionsandachten die Passionstexte in fortlaufender Reihenfolge gelesen.

…und dann war es wie immer. Über die Schwelle in das Kircheninnere treten und dann umgibt mich diese Aura… und dann ist alles gut.

Und dann da vorne stehen, nach längerer Zeit, und doch sofort so vertraut. So trage ich die Lesung dieses Tages vor:

Matthäus 26, 31-35 Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus

Da sprach Jesus zu ihnen: „In dieser Nacht werdet Ihr Euch alle ärgern an mir. Denn es steht geschrieben: „Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.

Wenn ich aber auferstehe, will ich vor Euch hingehen nach Galiläa.“

Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: „Wenn sich auch alle an Dir ärgerten, so will ich doch mich nimmermehr ärgern.“

Jesus sprach zu ihm: „Wahrlich, ich sage Dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst Du mich dreimal verleugnen.“

Petrus sprach zu ihm: „Und wenn ich mit Dir sterben müsste, so will ich Dich nicht verleugnen. Desgleichen sagten auch alle Jünger.“

Matthäus 26, 69-75 Die Verleugnung des Petrus

Petrus aber saß draußen im Hof; und es trat zu ihm eine Magd und sprach: Und Du warst auch mit dem Jesus aus Galiläa.

Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: „Ich weiß nicht, was Du sagst.“

Als er aber zur Tür hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren: „Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth.“

Und er leugnete abermals und schwur dazu: „Ich kenne den Menschen nicht.“

Und über eine kleine Weile traten die hinzu, die dastanden, und sprachen zu Petrus: „Wahrlich Du bist auch einer von denen; denn Deine Sprache verrät Dich.“

Da hob er an sich zu verfluchen und zu schwören: „Ich kenne diesen Menschen nicht.“ Und alsbald krähte der Hahn.

Da dachte Petrus an die Worte Jesu, da er zu ihm sagte: „Ehe der Hahn krähen wird, wirst Du mich dreimal verleugnen“, und ging hinaus und weinte bitterlich.

Max Ingrand, Die Verleugnung des Petrus, 1953, Glasmalerei
Herausgeber: Gottesdienst-Institut, Nürnberg

Eine schöne Andacht einer unserer Lektorinnen folgt hierzu und so gehe ich, nach dem Aufräumen, mit einer inneren Ruhe und Entspannung nach Hause.

Und heute? Da ist die Passionszeit auf ihrem Höhepunkt, dem Karfreitag angekommen. Der Leidensweg Jesu endet mit seinem Tod. Gerade in unserer evangelischen Theologie spielt die Passion Jesu eine besondere und wichtige Rolle, basierend auf der „Theologie des Kreuzes“ von Martin Luther:

„Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft. Wir predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit.

[1. Brief des Paulus an die Korinther 1, 18.23]


Ich wünsche allen, denen dieser Tag heute ebenfalls wichtig ist, ein wenig Zeit für Besinnung, für innere Einkehr, für Ruhe.  Auch hier ist nun ab jetzt Ruhe. Ich wünsche Euch zunächst besinnliche und dann umso frohere Ostertage!


Auf bald meine Lieben!
Eure schnuppismama

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3 Kommentare zu „Der Gipfel der Passionszeit… {Karfreitag}

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