Bücherwelten

Alice im Hungerland – Leben mit Bulimie und Magersucht {Buchvorstellung}

Heute möchte ich Euch ein Buch vorstellen, welches keine leichte Kost ist – aber um Kost geht, nämlich um das Essen, genauer gesagt um Essstörungen:

Alice im Hungerland

Leben mit Bulimie und Magersucht

Ein Buch, das kein Blatt vor den Mund nimmt. Eine Autobiographie, die dennoch exemplarisch für diese Krankheiten ist.

Ich habe dieses Buch schon vor langer Zeit gelesen und neulich, beim Aufräumen meines Bücherregals, stieß ich plötzlich wieder darauf. Es zog mich sofort wieder in seinen Bann, ich konnte es nicht einfach wieder weglegen.


 

Marya Hornbacher erzählt ganz offen von der Hölle, die sie durchlebt hat. Es gibt hier keine gängigen Erklärungen, keine Phrasen; es ist die schonungslose Geschichte dieser Frau, die im zarten Alter von 9 Jahren an Bulimie erkrankt und später magersüchtig wird. Mit nur 23 Jahren wiegt sie gerade mal noch 26 kg und die Ärzte geben sie auf. Dass sie dennoch überlebt, verdankt sie ihrer unglaublichen, beeindruckenden Willensstärke.

Man findet hier nicht die Antwort auf das warum. Es wird keiner an den Pranger gestellt, keiner ist der Sündenbock. Es steckt nicht immer „was dahinter“, es sind nicht immer die Kinder aus schwierigen Verhältnissen, mit schlimmer Kindheit oder die, die das Falsche im Fernsehen und in Zeitschriften gesehen haben. Es kann einen einfach erwischen. Man kann da reinrutschen. Gerade das macht es so gefährlich!

Und es ist eine Krankheit – wie jede andere auch.


 

Ich fand dieses Buch extrem aufschlussreich. Es erklärt nicht das warum, aber zeigt ganz viel „wie“. Etwas, das vielleicht helfen kann, die Zeichen überhaupt sehen zu können. Vielleicht bewirkt es auch mehr Verständnis für die Betroffenen. Vielleicht…

Doch vielleicht ist da auch das minimale Risiko als Ratgeber missbraucht zu werden – und zwar als Ratgeber für Menschen, die da reingeraten sind, die mit einer Essstörung kämpfen und (noch?) nicht dagegen ankommen. Die können aus dem Buch auch ganz viele Tipps ziehen – zum Beispiel, wie man das mit dem Erbrechen „richtig“ macht. Doch um dieses Buch überhaupt erst zu kaufen, sich dies zu trauen, müssten sich diese Menschen die Krankheit erst einmal eingestehen – und das wiederum wäre doch schon ein guter Ansatz!

Daher möchte ich Euch und Ihnen da draußen das Buch heute ans Herz legen als absolute Empfehlung. Dieser Frau gebührt aller Respekt: für das Bekämpfen und Überleben ihrer Krankheit – und für ihre offenen, ehrlichen Schilderungen. Was für eine Frau!

Wer also nicht abgeneigt ist, auch mal schwerere Kost zu lesen – traut Euch!

Eure schnuppismama

 

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