Kirchenwelt

Frohe Pfingsten! {Die Kirche steht gegründet / The Church’s one foundation}

Heute am Pfingstsonntag durfte ich zum zweiten Mal die Lesung (in kursiv und grau – danach geht es mit Text weiter) im Hauptgottesdienst übernehmen:

Das Evangelium für das Pfingstfest steht in der Apostelgeschichte des Lukas, im 2. Kapitel:

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.

Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: „Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache?

Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.“

Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: „Was will das werden?“ Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: „Sie sind voll von süßem Wein.“

Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: „Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; sondern das ist’s, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist:

‚Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.‘

Halleluja!


Wer findet den Weg in die Kirche?

Wir waren heute ein quasi „junges Team“: der Vikar, eine Neue im KV und ich mit meinem zweiten Einsatz für das Lesedienst-Team.

In der Gemeinde zeigte sich ein gemischtes Bild: Konfirmanden, wenige mittleren Alters und viele Senioren. Auffällig viele Gottesdienstbesucher kamen unter sichtbar körperlichen Mühen mit Rollator in die Kirche, kämpften um jeden Schritt, bis sie ihren Platz erreicht und erleichtert Platz nehmen konnten. Doch selbst das Sitzen war für einige eine sichtbare Anstrengung. Doch sie kamen. Sie waren da.

Diese älteren Christen überwinden große Hürden, um allwöchentlich in den Gottesdienst zu kommen – und viele jüngere schaffen die Hürde des rechtzeitig aus dem Bett kommens nicht. Und wir reden hier über die Hauptgottesdienstzeit um 11 Uhr!

Der Geburtstag der Kirche und ein besonderes Lied

Es stimmt mich traurig. Gerade heute, wo die Kirche ihre Geburt, ihren Geburtstag feiert, hatte ich auf mehr gehofft! Den Gottesdienst hat der Vikar so schön gestaltet. Eine Predigt, die – wie so oft hier in der Gemeinde, egal von welchem Pastor oder eben dem Vikar – den Bogen zum aktuellen Weltgeschehen, zu genau den Dingen schlägt, die uns Menschen tagtäglich beschäftigen; ob Sorgen, Nöte, Ängste oder auch Hoffnung.

Er erklärt den Segen der Vielsprachigkeit in der Welt und um diesen Geist des Pfingstfestes zu unterstreichen, singen wir das letzte Lied auf Englisch – eine Herausforderung für all die älteren Menschen, die da sitzen, aber es klappt.

Im Deutschen heißt das Lied „Die Kirche steht gegründet“ (Nr. 264 im Evangelisches Gesangbuch), im Original, welches wir gesungen haben, heißt es „The Church’s one foundation“ von Samuel John Stone.

1. Die Kirche steht gegründet
allein auf Jesus Christ,
sie, die des großen Gottes
erneute Schöpfung ist.
Vom Himmel kam er nieder
und wählte sie zur Braut,
hat sich mit seinem Blute
ihr ewig angetraut.

2. Erkorn aus allen Völkern,
doch als ein Volk gezählt,
ein Herr ist’s und ein Glaube,
ein Geist, der sie beseelt,
und einen heilgen Namen
ehrt sie, ein heilges Mahl,
und eine Hoffnung teilt sie
kraft seiner Gnadenwahl.

3. Schon hier ist sie verbunden
mit dem, der ist und war,
hat selige Gemeinschaft
mit der Erlösten Schar.
Mit denen, die vollendet,
zu dir, Herr, rufen wir:
Verleih, dass wir mit ihnen
dich preisen für und für.

Von S. J. Stone / S. S. Wesley - The Hymnal: with tunes old and new, New York 1872 ([1]), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35662148
Von S. J. Stone / S. S. Wesley – The Hymnal: with tunes old and new, New York 1872 ([1]), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35662148

Wer nicht will, findet Gründe

Die, die sich nicht aus dem Bett bemühen, die sind nicht un-gläubig. Oft wird ein altes Argument herangezogen, welches dringend der Überprüfung bedarf – und zwar der Überprüfung eines jeden einzelnen selbst vor Ort:

Die Kirche ist doch verstaubt und nicht mehr zeitgemäß!

Nein, so stimmt das eben vielerorts einfach nicht (mehr). Die Kirche mag heute wieder „ein Jahr älter“ geworden sein, aber ich höre von vielen Seiten von der „neuen Kirche“, so oder so ähnlich wie sie bei uns ist: mit jungen Pastören und Vikaren, mit Angeboten für Groß und Klein, mit Schwung, mit Pfiff, mit Modernem – und zum Mitmachen!

Mein Geburtstagswunsch für die Kirche

Ich wünsche mir für die Kirche zum Geburtstag, dass Ihr, die Ihr eigentlich mit Gott was am Hut habt, aber schon länger nicht mehr in der Kirche ward, Eure Kirche einfach mal wieder testet. Gebt Eurer Gemeinde eine Chance, sich zu zeigen, wie sie heute ist! Und wenn sie immer noch leicht angestaubt ist? Dann bringt Euch ein und ändert das!

In diesem Sinne wünsche ich Euch

FROHE PFINGSTEN!

Genießt den restlichen Pfingstsonntag und habt einen schönen Pfingstmontag
– vielleicht einmal wieder mit einem Gottesdienstbesuch? 😉

Eure schnuppismama

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