aus dem Mama-Leben

Für Körper und Geist {Mutter-Kind-Kur im ReGenesa Haus am Deich}

„Eine Kur ist kein Urlaub!“ wurde mir vorher immer wieder gesagt und auch darauf hingewiesen, bei all den Anträgen nirgends etwas in Richtung „Ich brauche einfach mal Urlaub!“ zu erwähnen. Und ja, es ist richtig, es ist kein simpler Urlaub (egal, wie man Urlaub macht) – es ist anders und es ist mehr.

Mutter-Kind-Kur für Körper und Geist

Eine Mutter-Kind-Kur ist eine aktive Erholung sowohl für den Körper als auch für den Geist. Eine Erholung, die Arbeit erfordert, die Schweiß und Tränen mit sich bringen kann, weil sie nicht einfach so von sich kommt. Eine Erholung, die man wollen muss – nachhaltig und dauerhaft. Aber ich presche vor.

Wie und wieso bekomme ich meine Verordnungen?

Generell lassen sich die Anwendungen in die zwei Bereiche Körper und Geist aufteilen. Auf dem Bogen der Therapiedokumentation der ReGenesa wird dies sichtbar durch eine dicke Linie in der Mitte voneinander getrennt.

Für den oberen, physischen Teil ist der Arzt vor Ort zuständig. Im Aufnahmegespräch bespricht er, welche Verordnungen Sinn machen. Ebenso geschieht dies für den unteren, psychischen Teil im Aufnahmegespräch mit der (zugeteilten) Therapeutin.

Direkt während des jeweiligen Gesprächs wurden die von Arzt respektive Therapeutin herausgefilterten Anwendungen grün markiert, um auf dieser Basis den Therapieplan in Form eines Stundenplanes zu generieren.

Therapieplan (2)

Dies ist das Bild einer Therapiedokumentation. Grün markiert die Anwendungen, die als Verordnungen festgelegt wurden. Durch die Unterschriften bzw. Kürzel der jeweiligen Therapeuten wurde die gesamte Therapie während der Kur dokumentiert.

Das muntere Unterschriften-Sammeln

Es ist durchaus erstrebenswert, fleißig Unterschriften zu sammeln. In erster Linie natürlich bei den Verordnungen, also den vorgeschriebenen Therapieanwendungen. Je nach Angebot kann man nicht alle Spalten mit Unterschriften voll bekommen. Warum auch Unterschriften bei Nicht-Verordnungen sind? Nicht jede Anwendung ist nur für diejenigen, denen sie verordnet wurde. Bei vielen anderen Anwendungen kann man sich einfach in eine Teilnahmeliste eintragen und mitmachen. Es heißt auch, dass es nicht so verkehrt ist, ein bisschen „guten Willen zu zeigen“ und einiges „nicht verordnetes“ mitzumachen.

Aber muss das wirklich extra gesagt werden, wenn man eine Kur machen möchte? Möchte man dann nicht eh jede Chance ergreifen, an sich zu arbeiten? Es war eher so, dass man uns gebremst hat, auch mal Pausen in unserem „Stundenplan“ zuzulassen und diese zu nutzen und zu genießen – denn vom Alltags- in den Kurstress verfallen ist eben nicht das Ziel.

Wochenplan

So sieht dann ein Wochenplan aus. Die farbig-markierten Felder sind quasi Pflicht und können noch nach Gusto und Möglichkeit weiter gefüllt werden. Kommt man mit einer Verordnung übrigens gar nicht klar, sprich, liegt einem diese nicht, so kann man hier durchaus noch in Absprache mit Arzt oder Therapeutin Änderungen machen lassen.

Die Kur für den Geist und die Seele

Doch was sind das so für Anwendungen, die Geist und Seele wieder ins Lot bringen oder zumindest verbessern sollen? Da gibt es Einzelgespräche mit der Therapeutin, da gibt es thematische Vorträge und verschiedene Kurgruppen. Es gibt Entspannungstrainings, Kreativtherapie, Rekreationstherapie, Mutter-Kind-Interaktionen, Mutter-Kind-Reaktion und – da es sich bei dem Haus am Deich der ReGenesa um eine christliche Einrichtung der ev.-luth. Landeskirche Hannover handelt – ein christliches Angebot.

Die Entscheidung zwischen „Kurgruppe Alltagsstress“ und „Kurgruppe Erziehung“ empfand ich so ohne genauere Informationen schwierig und ich weiß bis jetzt nicht, ob ich es richtig gewählt habe. Am liebsten hätte ich beide Gruppen mitgemacht, was aus Zeitgründen leider nicht ging. Interessant und sinnig wären beide allemal gewesen. Und für alle zur Erklärung (gerade auch für diejenigen, die „unerzogen“ leben): es ging um das Verständnis zwischen Mutter und Kind, es ging um Erklärungen, warum es wann welche „Probleme“ zwischen Eltern und Kind geben kann, was das Kindesalter und die damit zusammenhängenden verschiedenen Entwicklungsschritte betrifft.

Allgemein wurde einem in den Gruppen und Vorträgen viel Grundlegendes und viel Wissen vermittelt. Es gab keine Vorgaben sondern Fakten und damit mehr Arbeitsgrundlagen als Leitfäden.

Als Entspannung hatte ich mich gegen die mir schon in Grundzügen bekannte Progressive Muskelentspannung und für das für mich unbekannte Qi Gong entschieden. Wo sonst kann man so einfach neue Dinge ausprobieren. Das gleiche galt für mich bei dem freiwilligen Angebot des orientalischen Tanzes. Da wusste ich direkt nach der ersten Stunde, dass das nichts für mich ist. Bei den Entspannungstechniken reichen wohl auch keine zwei Stunden, um einen richtigen Eindruck davon zu bekommen, da sie so komplex sind, aber sicherlich kann man feststellen, ob es etwas für einen sein könnte.

Die Kur für den Körper

Was wirklich alle Mütter verordnet bekommen haben? Massagen! Derer drei, denn mehr ist nicht drin – seitens Kasse, seitens Zeit. Denn seien wir ehrlich: Welche Mutter ist nicht verspannt? Welche Mutter benötigt keine Massage? Das Gießkannenprinzip wird hier verständlicherweise angewandt. Die Massagen gehörten zur Gruppe „Physikalische und Physio-Therapie“, wozu auch medizinische Bäder, Kneippgüsse, Infrarot-Sauna und Krankengymnastik.

Alle übrigen Physio-Anwendungen finden sich unter dem Punkt „Sport- und Bewegungsangebote“ und wollen, wie es der Name schon sagt, mit eigenem Schweiß verdient sein. Hier finden sich „Muskelaufbau und Ausdauertraining“ wie Cardio, Indiaca, Rückenfit, Cross-Trainer und Mutter-Kind-Sport; zudem gibt es die Sparte „Indikationsspezifische Gymnastik“ mit Rücken-, Nacken und LWS-Schule, Beckenbodentraining, Mollig und Fit, Breathwalking und (Nordic) Walking.

Ergänzt wird das phyische Programm mit der Sparte „Ernährungstherapie“, wo ein grundlegender Vortrag über Gesunde Ernährung gehalten wird, Einzelgespräche zur Ernährung angeboten werden und auch eine Lehrküche stattfindet.

Auch hier galt: Informationen an die Hand geben, Grundlagen schaffen, Anregungen bekommen!


Wie ein reichhaltiges Buffet

Ja, das Angebot ist wahrlich wie ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Buffet, von dem man bestimmte Happen selbst probieren kann – anderes erzählt bekommt. Man muss sich auf Therapeutin und Arzt verlassen können, dass sie aus diesem tollen Repertoire das möglichst Passende für einen raussuchen. Im Laufe der Zeit hört man durch Erzählungen der anderen Mütter mal das ein oder andere, wo man denkt „Mensch, das wäre auch was für mich! Das will ich auch!“, manches stellt sich auch als nicht so passend dar. In jedem Fall ist es ratsam, hier das Gespräch mit Arzt oder Therapeutin zu suchen, ob man  noch etwas ändern/tauschen kann. Dies ist durchaus mal möglich. Generell ist es aber so, dass man einfach nicht alles machen kann, dass man sich auf bestimmte Bereiche konzentrieren muss. Ich sehe das als absoluten Pluspunkt: Die Einrichtung hat auf jeden Fall für jeden genug zu bieten und eröffnet einem viele Möglichkeiten!


Mein Fazit?

Doch wie es mir selbst nun gefallen hat und was mein ganz persönliches Fazit ist? Das werde ich Euch in einem weiteren Beitrag noch ganz ausführlich berichten.

Weiterhin gilt: Wenn Ihr Fragen zur Kur habt, dann mailt mir jederzeit gerne an schnuppismama@gmx.de

Über die vielen Rückmeldungen und Fragen per Mail, die bisher schon eingetroffen sind, habe ich mich sehr gefreut. Ergreift gerne weiterhin diese Chance – auch wenn Ihr über diesen Blogpost erst in ein paar Jahren stolpert 😉

Eure KURierte schnuppismama




Meine bisherigen Beiträge rund um unsere Mutter-Kind-Kur im ReGenesa Haus am Deich in Norden-Norddeich und auch allgemein zum Thema Kur:

Ich schaff das schon alles, oder doch nicht? Mein Weg zur {Mutter-Kind-Kur}

Kichern verboten {Kurioses aus der Mutter-Kind-Kur}

{Mutter-Kind-Kur im ReGenesa Haus am Deich} Was erwartet mich vor Ort? Was packe ich ein?

Dies ist mein vierter Beitrag von Ichweißnochnichtwievielen.

Einen aktuellen Überblick über alle Beiträge findet Ihr – auch zukünftig – über den Mutter-Kind-Kur-Tag, also HIER.


Diesen Beitrag habe ich heute der Blogparade der Landfamilie zum Thema Kur hinzugefügt.

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