aus dem Mama-Leben

Mehr Körper als Geist dank bester Physio! {Fazit meiner Mutter-Kind-Kur im ReGenesa Haus am Deich}

Hauptsächlich Generelles habe ich Euch in den letzten Beiträgen zur Mutter-Kind-Kur im ReGenesa Haus am Deich in Norden-Norddeich erzählt. Zeit, Euch endlich mein persönliches Fazit wissen zu lassen.

Mehr Körper als Geist dank bester Physio!

So ungefähr könnte man mein persönliches Fazit meiner Mutter-Kind-Kur, der 6. Kur 2016 im ReGenesa Haus am Deich in Norden-Norddeich, zusammenfassen. Doch möchte ich es Euch gerne ausführlicher schildern:

Meine Kur – der Teil für Geist und Seele

Wie schon in meinem vorherigen Blogpost über die Kur, wo ich die einzelnen Bereiche und Verordnungen vorgestellt habe, die diese Einrichtung der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover anbietet, war die Entscheidung zwischen der „Kurgruppe Alltagsstress“ und der „Kurgruppe Erziehung“ wirklich schwer. Innerhalb weniger Momente trifft man diese Entscheidung und hier war meine von der Therapeutin in dem Sinne beeinflusst, dass sie gerne wollte, dass ich in ihre Gruppe, der „Kurgruppe Alltagsstress“, komme. Da ich mich selbst auch so eingeschätzt habe, dass ich hauptsächlich Unterstützung im Kampf gegen eben diesen Alltagsstress benötige, war ich schnell einverstanden.

Allerdings hatte ich auch Vorträge bei der Therapeutin, die die „Kurgruppe Erziehung“ geleitet hat und ihre Vorträge fand ich alle extrem gut. Überhaupt gefiel mir diese Therapeutin wesentlich besser. Und für alle zur Erklärung (gerade auch für diejenigen, die „unerzogen“ leben): es ging um das Verständnis zwischen Mutter und Kind, es ging um Erklärungen, warum es wann welche „Probleme“ zwischen Eltern und Kind geben kann, was das Kindesalter und die damit zusammenhängenden verschiedenen Entwicklungsschritte betrifft. Und nicht zuletzt ging es auch um Störfaktoren unserer heutigen Gesellschaft, die es den Eltern-Kind-Beziehungen nicht gerade leichter machen. Da war wirklich viel Erhellendes mit bei. Ich habe mir viel erzählen lassen, dennoch war ich etwas traurig darum, mich anders entschieden zu haben und würde mich – mit diesem Wissen – auf jeden Fall anders entscheiden.

Überhaupt lief es mit der mir zugeteilten Therapeutin nicht gerade gut. In der Kurgruppe sind wir einmal ziemlich aneinander geraten und dass fast alle Mütter hinter mir standen, einige dann nicht mehr zu ihrer Gruppe gekommen sind, hat es eventuell nicht gerade leichter gemacht. Doch fand ich unser anschließend stattfindendes Einzelgespräch eigentlich gut und eigentlich sollte ein zweites Folgen… Andere hatten sogar drei, aber bei mir blieb es bei diesem ein, was ich definitiv zu wenig fand. Da ich fest davon ausgegangen war, dass der Termin demnächst in meinem Postfach liegen würde, ist mir leider zu spät klar geworden, dass ich hätte da hinterher gehen müssen. Enttäuschend.

Bezüglich der Entspannung lief es leider auch nicht supergünstig für mich. Auch hier hatte ich in meinem vorherigen Blogpost schon berichtet, dass ich mich gegen die mir schon in Grundzügen bekannte Progressive Muskelentspannung und für das für mich unbekannte Qi Gong entschieden hatte. Es klang von der Erklärung her etwas abgefahren, aber genau hier war der passende Ort, um einfach mal etwas auszuprobieren. Doch leider war die Qi Gong Lehrerin zu unserer ersten (von nur zwei) Stunden krank und ihre Vertretung ein absoluter Reinfall. Sie erklärte nichts, wischte wild mit Armen und Händen in der Luft herum, gab dem ganzen die wohl entsprechenden Namen und wedelte dabei unaufhörlich weiter. Zwischen Irritation und Genervtheit verließen wir die Stunde und waren froh, dass zur zweiten Stunde die richtige Qi Gong Lehrerin da war. Hier bekam ich einen kleinen Eindruck davon, was es mit Qi Gong auf sich haben könnte. Leider ist bei so einer Entspannungstechnik eine einzige Stunde reinschnuppern viel zu wenig, um für sich feststellen zu können, ob das etwas für einen werden kann. Aber diese eine „richtige“ Stunde hat mir sehr gut gefallen so wie generell die Idee, die hinter dem Qi Gong steckt. Wer weiß, ob sich hier noch einmal eine Möglichkeit für mich ergibt.

Mein GEISTreiches Fazit

Im psychosozialen Bereich hatte ich ein wenig Pech. Es war nicht die ganz passende Therapeutin, es war nicht die 100% richtige Wahl und letztendlich fehlte das nötige Quäntchen Glück. Aber ich habe interessante Einblicke bekommen und für so manches gab es den nötigen Stein des Anstoßes. Dass man in 3 Wochen nicht genügend Zeit hat, grundlegend an sich zu arbeiten, sollte jedem schon vorher klar sein. Und es gab sie eben doch, diese Vorträge und Gruppen bei besagter anderer Therapeutin, wo ich richtig viel heraus mitgenommen habe. Letztendlich habe ich sogar aus anderen Gruppen und Vorträgen noch etwas für mich mitnehmen können, da ich durch den Austausch mit den anderen Müttern auch hier einiges erfahren habe.

Es hätte also hier vielleicht besser laufen können, aber seien wir ehrlich, dass es schwer ist, hier so unbedarft überall die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und auch eine freie Therapeuten-Wahl lässt sich aus Zeitgründen einfach nicht umsetzen. Daher bin ich dennoch sehr zufrieden mit diesem Teil und habe einiges für mich mit nach Hause genommen.

Und bisher oben nicht erwähnt, das christliche Angebot, welches ich auch zu diesem Teil zählen möchte und welches diesen Bereich auch noch ein ganzes Stück aufwertet und rausreisst:
Die „Morgengedanken“, eine kleine Andacht nur für die Mamas, zwischen Abgabe der Kleinen in der Betreuung und vor dem Frühstück, taten so gut, haben bewegt und ließen die Tränen fließen…
Die Familienandacht, einer des Pastorenehepaars, liebevoll gestaltet und kindgerecht, gerne mit Playmobil-Männchen vorgetragen, haben MaxiL und MiniL unheimlich gut gefallen…

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– nächtlicher Blick aus dem Giebelzimmer –


Meine Kur – der Teil für den Körper

Zunächst einmal waren da die herrlichen drei Massagen. Die Dame hat ordentlich zugepackt und meine Muskeln haben entsprechend reagiert. Die Verspannungen wurden wahrlich behoben, dafür kam dann Muskelkater von diversen Übungen dazu, der meine Nacken- und Schulterpartie härter werden ließ als vorher bei der Verspannung – ups! 😉

Denn ja, in meinem Fall wollten alle übrigen Physio-Anwendungen mit eigenem Schweiß verdient sein – und ja, darauf war ich scharf!

Meine physischen Verordnungen befanden sich hauptsächlich im Teilbereich „Indikationsspezifische Gymnastik“. Und all diese Anwendungen waren pure Volltreffer – und alle wurden von der Ernährungs- und Physiotherapeutin Frau I. K. geleitet, die den Hauptanteil am Gelingen meiner Kur trägt. Eine junge, kompetente und mitreißende Frau, die einfach Ahnung hat und diese auch transportieren kann!

In Haltungsschulungen für Rücken, Nacken und Lendenwirbelsäule hat sie es einfach verstanden zu erklären, was bei uns Müttern so schief läuft, woher welche Problemchen kommen, Ursache, Wirkung, Reaktion – und das alles ohne Fach-Chinesisch! Sie hat uns selbst in die Pflicht genommen, uns klar gemacht, dass es an uns liegt, unseren Körper zu pflegen und gesund zu halten. Gleichwohl sie selbst bisher keine eigenen Kinder hat, weiß sie genau, wie der Tag einer Mutter so aussieht, besonders was Zeit für sich selbst angeht. Und genau das berücksichtigt sie, wenn sie Tipps und Übungen an die Hand gibt, wie man seine Haltung verbessert und trainiert, ohne dafür Extra-Zeit einplanen zu müssen. Es sind die kleinen Übungen, die man immer mal wieder nebenbei machen kann – egal, wo man gerade geht oder steht. Ich habe natürlich keine Ahnung, wie es bei mir aussieht, wenn die Kur länger her ist, aber bisher klappt das wirklich. Denn ich mache täglich ein, zwei ihrer Übungen, mal nur 2 Minuten, mal etwas länger – einfach zwischendurch, zum Beispiel während ich darauf warte, dss das Nudelwasser kocht. Zusätzliche Motivation ist der direkte, merkliche Erfolg. Muskeln, die sich mir scheinbar erstmalig in meinem Leben vorgestellt haben, zeigen sich jetzt umso deutlicher. Ich habe ein völlig neues und bewussteres Gefühl für meinen Körper bekommen. Wir freunden uns gerade tatsächlich an – hurra!

Waren die Haltungsübungen so geballt eine Dreiviertelstunde lang durchaus schweißtreibend, fanden sie dennoch mehr am Platz und ohne große Fortbewegung statt. Die gab es dafür beim Walking. Alles begann mit einer Einführung in das Nordic Walking, welches ich – das gebe ich ganz offen zu – vorher immer ein wenig belächelt habe. Das soll Sport sein? Ich wurde direkt eines besseren belehrt. Denn wenn man diesen Sport korrekt betreibt, dann werden dabei mehr als 95% der Muskeln beansprucht, die Anstrengungen kann man durch Tempowechsel und sogar kleine Sprünge oder ähnliches flexibel variieren – und wenn man das dann alles richtig macht, dann erkennt man auch binnen weniger Momente, dass es die Trockenvariante des Langlaufs ist. Ich habe mich direkt ein wenig in diesen Sport verguckt – natürlich mit dem dortigen besonderen Charme, selbigen am Nordseestrand mit der herrlichen Luft und bis auf wenige Ausnahmen bei herrlichstem Wetter ausüben zu können.

Weil Frau I. K. so mitreißend war, entschloss ich mich auch kurzerhand, den Ernährungsvortrag bei ihr zu besuchen. Von derlei Informationen hielt ich bis dato nicht viel, da sie meist so nichtssagend und leer daher kommen. Nicht so dieser Vortrag. Es ging nicht um Verbote, nicht um Diäten (von denen sie absolut abrät), es ging um Fundamentales, um Verhältnismäßigkeiten und um Genuss. Zusammen mit dem Rezeptheft von dem wahnsinnig tollen Koch vor Ort, konnte ich mir so auch hier Wertvolles für mich und für uns mit nach Hause nehmen.

Neben freiwilligem Sportprogramm hatte ich zudem noch die Verordnung „Mutter-Kind-Sport“. Leider machte dies nicht Frau I. K. und leider war es auch nicht das Gelbe vom Ei. Mir fehlte etwas mehr Enthusiasmus, etwas mehr Konzept… Okay, wir wurden von Frau I. K. wohl wirklich verwöhnt und letztendlich hatten die Mädels zum Großteil trotzdem Spaß, von daher ging es und tut meiner Begeisterung für den physischen Teil meiner Kur keinerlei Abbruch.

Mein KÖRPERreiches Fazit

Oh ja, wie gerade geschrieben: ich bin begeistert! Drei Wochen sind wahrlich nicht lang und ich hatte keine wirklich großen Erwartungen, dass sich hier in so kurzer Zeit groß was tun könnte. Doch es hat sich ALLES getan und ALLES geändert. Insbesondere Frau I. K. hat es verstanden, diese kurze Zeitspanne zu nutzen, mir – und sicherlich auch bei vielen anderen Müttern, denn ich stehe mit meiner Begeisterung für diese Trainerin bei weitem nicht alleine da, ganz im Gegenteil – Grundlagen, Anreize und erste Schritte mit an die Hand zu geben, die zum einen sofortige Wirkung gezeigt haben und mich zum anderen lange begleiten können und somit stetig und nach und nach weiteren Erfolg mit sich bringen. Ich danke dieser Frau von ganzem Herzen für all ihr Herzblut, was sie in diesen Job steckt, alle drei Wochen von vorne zu beginnen, und wieder gut 40 Frauen an die Hand zu nehmen, zu motivieren, zu sensibilisieren… Sie ist mitreißend, sie ist fachlich top, sie kann (an)leiten und ist obendrauf auch noch total sympathisch. Allein IHR verdanke ich einen Großteil des Erfolges meiner Kur.

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– ein kleiner Teil des Strandes, wo fleißig gewalked wurde –


 

Fazit vom Fazit vom Fazit…

Wenn ich gefragt werde und nicht so differenziert und ausführlich – wie oben – antworten soll, wie die Kur war, ob es sich gelohnt hat und ob ich es wieder tun würde, dann möchte ich das so formulieren:

Es war nicht immer einfach.
Es hat nicht alles hunderprozentig gepasst.
Es war kein Spaziergang.

ABER

Es war eine Erfahrung, die ich niemals missen möchte!
Ein Weg, der sich absolut gelohnt hat!
Wissen, Tipps und Begegnungen, die ich mit nach Hause genommen habe und die mich auf meinem weiteren Weg begleiten werden.

Daher sage ich:

JA ZUR KUR!

Ich bin froh, dass ich die Mutter-Kind-Kur gemacht habe und vor allem, wo ich sie gemacht habe. Das ReGenesa Haus am Deich in Norden-Norddeich kann ich aus vollem Herzen und voller Überzeugung weiterempfehlen! Natürlich wird es nicht für jeden und seine Bedürfnisse passen, daher lasst Euch beraten – wie zum Beispiel ich in der Diakonie. Und wenn Euch dann unter anderem diese Einrichtung empfohlen wird, dann kann ich Euch nur raten, Euch für dieses Haus der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover zu entscheiden. Wen hier an dieser Stelle eventuell der christliche Aspekt stört, dem darf ich sagen, dass das christliche Angebot rein freiwilliger Natur ist und wirklich jeder MENSCH dort willkommen ist – ungeachtet seiner Religion.

Nun wisst Ihr, wie es so war, der quasi klinische Teil. Es ist der Hauptteil, es ist das, wofür man anreist, wofür man das alles auf sich nimmt. Natürlich gibt es noch den privaten Teil: die freie Zeit, die Wochenenden… Das wollt Ihr auch noch wissen? Geduld nur, Geduld – um es mit Tummetotts Worten zu sagen 😉

Eure KURierte schnuppismama




Meine bisherigen Beiträge rund um unsere Mutter-Kind-Kur im ReGenesa Haus am Deich in Norden-Norddeich und auch allgemein zum Thema Kur:

Ich schaff das schon alles, oder doch nicht? Mein Weg zur {Mutter-Kind-Kur}

Kichern verboten {Kurioses aus der Mutter-Kind-Kur}

{Mutter-Kind-Kur im ReGenesa Haus am Deich} Was erwartet mich vor Ort? Was packe ich ein?

Für Körper und Geist {Mutter-Kind-Kur im ReGenesa Haus am Deich}

– to be continued –

Einen aktuellen Überblick über alle Beiträge findet Ihr – auch zukünftig – über den Mutter-Kind-Kur-Tag, also HIER.


Diesen Beitrag habe ich heute der Blogparade der Landfamilie zum Thema Kur hinzugefügt.

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3 Kommentare zu „Mehr Körper als Geist dank bester Physio! {Fazit meiner Mutter-Kind-Kur im ReGenesa Haus am Deich}

  1. Hallo, ich hab Deinen Kurbericht gerade gelesen, bin über den Account von Lifestylemommy zu Dir gestolpert. Ich bin auch gerade mit meinen beiden Jungs in St. Ingbert zur Mu-Ki-Kur und ich finde es herrlich. Ich habe schon ein bisschen auf meinem Blog darüber geschrieben. In unserem Kurheim fühle ich mich super aufgehoben und kann sehr gut entspannen. Hier sind die Prioritäten hauptsächlich auf Familien mit behinderten Kindern ausgelegt und alle sind sehr bemüht. Aber jeder hat eine andere Empfindung. Frag drei Mütter und Du hast drei unterschiedliche Meinungen über die Kur. Ich komme aber auf jeden Fall wieder auf Deinen Blog…der gefällt mir nämlich;-) Liebe Grüße Kerstin von tagaustagein.org

    Gefällt 1 Person

    1. Es freut mich sehr zu lesen, dass auch Du eine tolle Kur hast. Einige, denen es nicht so gefällt, haben wohl auch einfach ein falsches Bild davon, was eine Mutter-Kind-Kur ist & andere haben leider ein nicht so tolles Kurhaus erwischt.
      Daher finde ich Erfahrungsberichte im Netz so wertvoll. Und deswegen habe ich zum einen die rein sachlichen Beschreibungen und Tipps und zum anderen meine persönliche Meinung und Erfahrung, die nunmal von anderen abweichen kann. Wobei bei uns der Grundtenor gleich (positiv) war!
      Liebe Grüße – werde bald mal bei Dir vorbeischauen! ☺️

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      1. Ich habe auch nach Erfahrungsberichten gesucht, bevor ich zur Kur gefahren bin. Leider habe ich nicht viele gefunden. Das Heim, wo wir jetzt sind, ist ein spezielles, da hier viele Kinder mit Behinderungen mit sind. Es ist schon wichtig, sich zu informieren, was einen bei einer Kur erwartet. Vieles steht und fällt mir dem passenden Haus und auch mit den „Mit-Kurenden“. Liebe Grüße Kerstin.

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