aus dem Mama-Leben

Spielwelten-Chaos JA ~ Bücher-Chaos NEIN {vom Umgang mit der Ordnung}

Spielwelten-Chaos JA

Ich liebe es, wenn meine Kinder in ihrer Spielwelt versunken sind. Dauerte es bei MaxiL etwas länger, bis sie sich auch mal gut und über einen andauernden Zeitraum alleine beschäftigen konnte, so ergriff MiniL schon früh die Gelegenheit, sich in ihr Zimmer und ihre ganz eigene Welt zurückzuziehen. Man konnte dann heimlich zuschauen, wie sie sich ihre Spielwelten aufbaute beziehungsweise das bis heute tut: Es verschmelzen Lego Duplo, Playmobil und Playmobil 123 und dazwischen tanzen ihre Elfen-Barbies nebst fliegenden Einhörnern. Die Playmobil Pferde erobern die Tut Tut Babyflitzer-Garage und die Schlafanzughose wird die Bettdecke ihrer Lieblingspuppe. Nichts ist mehr da, wo es vorher war, doch alles hat seinen Platz. Sie hat in ihrem Kopf ein ganz konkretes Bild.

C_Spielwelt (3)

– im Playmo123-Haus sind alle ausgeflogen, auf der Playmo-Weide nebenan schlafen –

Unsere Große hingegen beschäftigt sich, wenn sie alleine ist, eher ewig mit einer Sache, sitzt gerne Stunden (!) an ihrem Tisch und malt, schreibt (die Namen, die sie schon kann gemischt mit ihrer Phantasieschrift), bastelt oder löst Aufgabenhefte, von denen sie einfach nicht genug bekommen kann – vorzugsweise mit Zahlen und ersten Rechenaufgaben. Auch spielt sie gerne langanhaltend mit einer Sache wie zum Beispiel mit einer ihrer Puppen. Um die wird sich dann ausdauernd gekümmert und das Mama-Leben nachgespielt. Doch ist auch sie dabei wunderbar in der Lage, ihr Zimmer in ein einziges Chaos zu verwandeln.

Chaos in Kinderzimmern ist für mich nicht negativ belegt. Ich finde ihre ganz eigene Ordnung und Vorstellung der Dinge wundervoll erfrischend und belebend. Ich selber tue mich unglaublich schwer damit, „außerhalb der Box“ zu denken. Würde ich die Federführung beim Spielaufbau haben, würde eine reine Playmobil- oder reine Barbie-Welt entstehen – Misch-Masch käme bei mir nicht aus eigenem Antrieb heraus; ich habe es (für mich) gerne geordnet. So bewundere ich meine Töchter sehr dafür, wie kreativ sie alles nutzen und gestalten.

C_Spielwelt (4)

– Yuko-Barbie halb am Bett hängend, im Hintergrund ein Teil des Elfen-Einhorn-Sets von Playmobil –


Dank großer Boxen – mal eine, mal zwei für jede Spielzeugart – ist auch schnell mal wieder ein begehbarer und vor allem staubsaugbarer Boden vorzufinden. Ja, wie ist das überhaupt mit dem Aufräumen? Ich selbst brauche es eher sortiert und geordnet, die Kinder haben andere Vorstellungen, also musste ein gemeinsamer Nenner her. Da sie mittlerweile problemlos und gerne in ihren Zimmern spielen und dort auch das Sagen haben, haben wir das Meiste an Spielzeug aus dem Wohn-Ess-Bereich entfernt; lediglich Bücher, Gesellschaftsspiele, Puzzle und die Spielküche sind dort noch vorzufinden. Hier herrscht also eine gewisse Grundordnung – mal mehr und auch mal weniger.

A_WoZiBücher Quadrat

– Die Wohnzimmer-Bücher: links Schnuppis Fach mit einem Teil ihrer Bücher, rechts Knupsis, in der Mitte das gemeinsame mit einem Teil meiner alten Kinderbücher – mein Schatz sozusagen –

In den Kinderzimmern selbst herrscht oft besagtes Chaos. Wenn dann darin DIE wichtige Hörspiel-CD oder DAS zum Einschlafen notwendige Kuscheltier verloren gegangen sind, dann ist das Drama groß. Daher haben wir gemeinsam überlegt, wie wir hier eine gute Regelung finden können. Und unsere sieht so aus:

Unser Umgang mit der Ordnung und dem Aufräumen

Tagsüber darf gerne das Chaos regieren. Gegen Abend wird – wenn Spielbesuch da ist natürlich auch ein Stück weit gemeinsam – aufgeräumt und zwar alles, was einfach nur irgendwie herumliegt. Dies gilt nämlich nicht für die aufgebauten Spielwelten. Auf ihren Teppichen darf alles, was aufgebaut wurde, auch stehenbleiben. Manchmal sauge ich sogar nur ein wenig drumrum oder stelle es hoch und baue es hinterher wieder auf. Zu liebevoll wurde hier eine wundervolle Welt erschaffen, die doch noch weiterhin bespielt werden muss.

D_Barbiekiste Chaos 01

– eine von Schnuppis Barbiekisten – es ist einfach ihr Lieblingsspielzeug –

Aufräumen – das klingt so… perfekt. Und das ist es bei uns gar nicht. Ich erwähnte die Boxen? Dort kommt einfach alles rein. Auch Puppen liegen kreuz und quer gestapelt und durcheinander in damit völlig überfüllten Puppenbetten; Meterweise gemaltes stapelt sich in einem kleinen Ablagefach. Es ist eben nicht klinisch rein – es ist ein Kinderzimmer und so darf es eben auch aussehen.

D_Puppenbett überfüllt 01

– Schnuppi hat ihre Puppen zu Bett gebracht *hüstel* –


Bücher-Chaos NEIN

Nur eine Sache gibt es, da verstehe ich keinen Spaß: wenn mit Büchern nicht vernünftig umgegangen wird. Auch wenn sie für mich glücklicherweise schon ein Leben lang selbstverständlich waren, waren und sind sie das eben nicht überall auf dieser Welt. Bücher sind ein kostbares Gut und man sollte sie entsprechend behandeln – auch schon die Kleinen! Im Kindergarten gibt es eine kleine Bücherei, wofür die Kinder extra selbst einen Leitfaden erarbeitet haben, was man mit Bücher alles nicht tun darf: verknicken, darin malen, kaputt reißen oder schneiden… Nur ein Punkt fehlt dort meiner Meinung nach und das ist das Zweckentfremden. Ich weiß, dass sich Bücher auch hervorragend dafür eignen, um damit Sachen zu bauen. Und ich weiß auch, dass oftmals alles andere als Spielzeug reizvoll ist, um damit Spielwelten zu erschaffen. Das ist für mich vollkommen in Ordnung, nur bei Büchern hört es für mich einfach auf – dafür ist sonst fast alles dafür erlaubt 😉

A_Bücher quer 01

– ein Teil von Schnuppis Bücherfächern in ihrem Zimmer –

Auch dieses Bücher stapelweise aus dem Regal reißen und überall rum(f)liegen lassen, ist für mich einfach ein No-Go! Kinderbücher müssen nicht perfekt aussehen, um Gottes Willen. Wir haben Exemplare, die nicht zuletzt deswegen an Charme gewonnen haben, weil man ihnen ansieht, wie sehr sie geliebt werden. Es geht mir nicht darum, dass die Bücher dauerhaft aussehen wie neu; es geht mir nicht um das eine Eselsohr oder auch mal den einen Buntstiftstrich.

A_Bücher Quadrat Schnuppi 01

– teils müssen die Bücher in zweiter Reihe und gestapelt stehen –


Es geht mir um die Wertschätzung des Buches an sich.

Meine Kinder sollen lernen, wie kostbar und wertvoll Bücher sind. Und damit meine ich nicht den Preis. Bücher stehen bei uns diesbezüglich etwas außen vor. Ich finde, davon kann man nicht genug haben und so gibt es hier Bücher auch durchaus außer der Reihe, ohne Anlass.

Ich meine wirklich den Wert, dass Bücher etwas ganz besonders und wichtiges sind – ein hohes Gut, welches man entsprechend wertschätzen sollte. Und genau das möchte ich meinen Kindern auch vermitteln.

A_Bücher Quadrat Knupsi 01

– eins von Knupsis Bücher-Fächern, Ihr seht, es ist zwar aufgeräumt, aber nicht „erwachsenen-ordentlich“ –

 

 


Und bei Euch so?

Wie ist das denn bei Euch? Mit dem Aufräumen und / oder mit dem Umgang mit Büchern?

Dies ist meine ganz persönliche Meinung zu dem Thema und ich finde, dass wir einen guten Weg und eine gute Lösung gefunden haben, die allen möglichst gerecht wird. Das kann bei Euch aber auch ganz anders sein. Daher freue ich mich auf einen wertschätzenden Austausch mit Euch. Lasst mich doch gerne in den Kommentaren – hier oder in den sozialen Netzen – wissen, wie Ihr das handhabt.

Eure Buchverliebte schnuppismama

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7 Kommentare zu „Spielwelten-Chaos JA ~ Bücher-Chaos NEIN {vom Umgang mit der Ordnung}

  1. Wenn meine Enkelin bei uns ist, wird abends auch alles weggeräumt. Sie hat hier zwar kein eigenes Zimmer, aber einen Schrank -na eigentlich zwei/drei Schränke 😀 – wo ihre Spielsachen drin sind.
    Was Bücher anbelangt, habe ich eine ähnliche Einstellung. Ich bin eine Leseratte und versuche auch unserer Emi etwas davon mitzugeben.
    Zu Hause hat sie auch solche Boxen, wo immer alles reinkommt, was so rumliegt.
    Alleine beschäftigt sie sich weniger, da werden noch immer alle mit eingespannt. 😀
    Kommt ja vlt. noch. 🙂
    LG

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  2. Ich versuche meinen Kindern auch zu vermitteln, dass man auf Spielzeug und insbesondere Bücher aufpassen muss. Es klappt halbwegs. Derzeit herrscht sowieso meist großes Chaos, weil meine „Kleine“ (1 Jahr) alles mit großer Begeisterung aus- und manchmal auch wieder einräumt. Abends beteiligt sie sich aber wirklich fleißig daran, aufzuräumen. Abends muss es nämlich zumindest in ihrem Zimmer aufgeräumt sein, weil sie in der Nacht noch mindestens einmal aufwacht und ich in der Dunkelheit nicht irgendwo drüber fallen will.
    Meine „Große“ (3 Jahre) liebt Bücher, sie verwendet sie aber auch gerne, um irgendwelche „Züge“ zu bauen, also einfach alles hintereinander aufzulegen. Das erlaube ich ihr, sofern sie dann auch wieder beim Wegräumen hilft. Es ist auch recht lustig zu beobachten, dass sie sich sehr daran stört, wenn die Kleinere bei einem Buch einmal ein Blatt zerknittert. Wenn ihr selbst so etwas passiert, dann ist das aus ihrer Sicht natürlich gar nicht sooo schlimm und „muss nur repariert werden – von Mama oder Papa – dann ist es wieder gut“.
    Also, wir arbeiten daran, dass man mit Büchern und auch dem restlichen Spielsachen wertschätzend umgeht, und man nicht immer einfach alles neu kaufen kann, wenn es einmal kaputt gegangen/oder gar gemacht wurde.

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    1. Ich denke, dass das ein Prozess ist – für beide Seiten. Als Erwachsener haben sicherlich viele einfach einen ganz anderen Anspruch an Ordnung. Da musste ich auch einfach für mich von runterkommen. Und es sollen ja Kinderzimmer bleiben und keine Dekofläche 😉

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      1. Ja, genau. So geht es mir auch. Ordnung aus Kindersicht sieht einfach ganz anders aus. Und wenn man sich zurück erinnert, war man als Kind selbst ja auch meist glückliche und zufriedene Herrin des selbstgeschaffenen Chaos 😉

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