aus dem Mama-Leben

Ich träume von Vereinbarkeit und vom Angekommen sein {Zurück im Job}

Vor kurzem bin ich nun, mit Beendigung meiner Elternzeit, wovon ich das letzte Jahr ja schon mit einem HomeOffice-Job überbrückt hatte, in meinen richtigen Job und somit zu meinem eigentlichen Arbeitgeber zurückgekehrt.

Zurück im Job

Der erste Versuch: zwischen den Elternzeiten

Zwischen Schnuppi und Knupsi war ich schon einmal für eine kurze Stippvisite da: Eher ungeplant kam ich seinerzeit direkt wieder schwanger aus der zweijährigen Elternzeit mit Schnuppi zurück und fand (deswegen?) nicht recht wieder rein. An meinem Chef lag das nicht, war er doch meiner sehr ungewöhnlichen Bitte von 9 Wochenstunden, die sich auf zwei Vormittage aufteilten, direkt nachgekommen – als Vertragsänderung, sprich unbefristet. Doch mit den Hormonen und der Ambition, es mit engstem Zeitfenster – sprich Bringen, Abholen, lange, unflexible Fahrtzeiten und das bei geringster Betreuungszeit für Schnuppi – zu schaffen sowie der Tatsache, dass Vorgesetzte und KollegInnen nun wirklich nicht dauerhaft mit mir planen konnten und es wahrlich zuviel verlangt gewesen wäre, dass hier groß für mich umdisponiert wird, erklärte ich das ganze für gescheitert. Das Berufsverbot meiner Gynäkologin schockte mich zwar, doch unter den gegebenen Umständen ergab ich mich einfach meinem Schicksal.

Der zweite Versuch: im HomeOffice

Auch bei Knupsi hatten wir zwei Jahre Elternzeit eingeplant. Irgendwann wird es sonst auf Dauer finanziell doch etwas eng. Doch hier machte uns die Betreuungsplatzvergabe unserer Stadt einen Strich durch die Rechnung. Als heile Familie hatten wir nicht genug Sozialpunkte und wurden betriebsbedingt gekündigt… Dies war eine der Einrichtungen, die sowohl einen Kindergartenplatz für Schnuppi als auch einen Krippenplatz für Knupsi in ein und demselben Haus anboten und unseren Ansprüchen gerecht wurden. Insgesamt hatten wir drei Einrichtungen angegeben, wovon auch eine weitere noch genau dieses Modell anbot. Doch hier bekamen wir keinen Platz – dafür tatsächlich in einem Wunschkindergarten, weil er ein evangelischer war – jedoch ohne Krippe. Dort bekam Knupsi einen der wenigen U3-Plätze (die es mittlerweile nicht mehr gibt) und feierte als erstes und vorerst auch letztes Kindergartenkind ihren 2. Geburtstag dort.

Doch unser kleines Würmchen, passend zum 2. Geburtstag eingewöhnt, zwei so lange Tage, wie sie nötig wären, dort lassen – ohne der wirklichen Möglichkeit eines Mittagsschlafes und stundenlang mit all den großen Kindern? Mein Mamaherz sagte nein – und mein Mamaherz hat immer recht, da hör ich drauf!

Doch was tun? Letztendlich ergatterte ich einen Minijob im HomeOffice (welchen ich ausübte, während ich weiterhin in Elternzeit bei meinem eigentlichen AG angestellt blieb), der erst gut anfing, nach der Hälfte schon nicht mehr wirklich gut lief und zum Ende hin nicht mehr tragbar war. Warum? Weil ich mich mal wieder total reingehangen hatte, ein unverschämt einzustufendes „Angebot“ der Weiterbeschäftigung erhielt und der Chef dann beleidigt und unverschämt reagierte, als ich meinen sowieso auf ein Jahr befristeten Vertrag einen Monat früher kündigte. Ich möchte hier nicht näher ins Detail gehen, nur soviel: Bauchschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit… Muss es so enden? Muss das sein?

Aller guten Dinge sind doch drei, oder?

Es hängt einfach viel vom Chef ab und hier einen familienfreundlichen Vorgesetzten und einen unbefristeten Teilzeitvertrag zu haben ist einfach Gold wert! So bin ich mehr als froh und dankbar, dass ich bei meinem eigentlichen Arbeitgeber die Elternzeit um ein drittes Jahr hatte verlängern können, was bedeutete, dass ich nun problemlos zurückkehren konnte – mit besagtem 9-Wochenstunden-Vertrag.

Gerade nach der wirklich unangenehmen Erfahrung mit diesem anderen Chef, wusste ich meine Stelle mehr denn je zu schätzen. Klar, da im Hintergrund war noch dieser nicht so erfolgreiche, letzte Versuch, doch diesmal ist vieles anders:

Zuerst einmal bin ich halt nicht schwanger sondern gekommen, um zu bleiben 😉

Und weiterhin habe ich es diesmal anders organisiert und hoffe, dass es so besser klappen wird, denn jetzt habe ich den schnuppispapa mit ins Boot geholt. So richtig wird es erst nach den Sommerferien losgehen, wenn wir die neuen Betreuungszeiten, die wir entsprechend beantragt haben, auch bekommen. Dann werde ich an meinen zwei Arbeitstagen nämlich das in den Kindergarten bringen an den schnuppispapa abgeben, sprich ich werde in aller Frühe aufstehen, werde nicht auf die unflexible Bahn zurückgreifen müssen, sondern mit Auto + Straßenbahn fahren, was mir weniger Wartezeiten und eine wesentlich höhere Flexibilität bringt. Zudem kann ich morgens sofort los und das vor dem Berufsverkehr. Ich werde mich zwei Morgende einfach mal nur um mich kümmern (ok, momentan mache noch ich das Kindergarten-Frühstück für die Mädels…) und pünktlich zum Büro los können – einfach so. Und so sollte es dann eigentlich auch kein Problem sein, dass ich – inklusive einer kleinen Pause – die Mädels dann am frühen Nachmittag relativ entspannt wieder abholen kann.

Zudem gönne ich mir zusätzlich die drei anderen Werktage mit kindfreien Vormittagen. Schnuppi ging seinerzeit nur an den Tagen in die Betreuung, wo ich auch arbeiten war; jetzt geht es ganz regulär jeden Vormittag in den Kindergarten. Das erlaubt mir Zeit für den Haushalt, Zeit für Einkäufe und Erledigungen – und auch Zeit für mich!

Drückt mir die Daumen, dass ich es diesmal besser organisiert habe und wir uns alle mit dieser neuen Situation anfreunden und gut klarkommen!

„Tut gut, wieder was anderes zu sehen, oder?“

Bisher lief es wirklich gut an und darüber bin ich sehr froh. Okay, der erste Tag fühlte sich an wie eine absolute Katastrophe, da will ich ehrlich sein. Fast 90% der Programme, mit denen ich so arbeite, sind neu. Ich dachte echt, da finde ich in Jahren nicht wieder rein. Doch am zweiten Tag lief alles schon wieder überraschend „wie immer“. Klar, alles sitzt noch nicht wieder, aber ich komme (alleine) zurecht und das fühlt sich verdammt gut an!

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I AM BACK! YES!

Es ist auch nicht so wie bei Schnuppi und meinem ersten Rückkehr-Versuch, wo es für mich noch so neu und fremd war, dass mein Kind fremdbetreut wird. Meine Kinder gehen nun schon länger in den Kindergarten, sie und ich kennen dort alles und sind dort gut aufgehoben. Da kann ich mich entspannen.

So habe ich es bisher freudig bejaht, dass es gut angelaufen ist und ich froh bin, wieder zu arbeiten und dort zu sein. Als dann jemand darauf erwiderte: „Tut gut, wieder was anderes zu sehen?“ wusste ich nicht recht, was mit mir los war. Ich reagierte irgendwie gereizt, die Aussage störte mich, doch ich konnte es nicht näher differenzieren. Ich dachte länger darüber nach und dann wurde es mir klar:

Diese Aussage klingt so, als wenn alles besser wäre als 24/7 mit meinen Kindern zusammen zu sein. IRGENDWAS tut gut, statt nur Mama sein? So muss es bei mir angekommen sein, dass es mich so geärgert hat. Denn das stimmt einfach nicht!

Es tut gut, GENAU DIES zu tun!

Es ist nicht irgendwas und es ist auch nicht als Auszeit von meinen Kindern gedacht. Ich tue das, was 10 Jahre lang einen Großteil meines Lebens ausgemacht hat: meinen Job! Und zwar genau diesen und nichts anderes! Ich tue das, was ich liebe und was mir noch immer wichtig ist. Es ist in der Prioritätenliste ein ganzes Stück nach unten gesackt, keine Frage, es hat immens an Bedeutung eingebüßt und vieles sehe ich als Mutter mit ganz anderen Augen; die Werte haben sich da wieder ein Stück gerade gerückt! Doch ist es der Beruf, den ich mir selbst ausgesucht, den ich studiert und lange Jahre in (oftmals schon mehr als) Vollzeit ausgeübt habe. Er ist jetzt, in Teilzeit, sicherlich etwas anders, aber es ist noch immer das, wofür ich mich seinerzeit entschieden habe und was ich gerne tue. Und so werde ich mich auch, wie meinem Chef versprochen, im nächsten Jahr mit ihm zusammensetzen und schauen, wie viel Stunden ich mir mehr vorstellen kann. Und das werde ich in dem Rahmen tun, der mir möglich ist, so dass ich meinen Ansprüchen, die ich an Job und Familie habe, gerecht werden kann.

…und letztendlich hängt es auch davon ab, wie ich die Betreuungszeiten anpassen kann (so viele, wie eigentlich nötig, aber so wenig wie möglich), sprich wie es mir die KiTa mit ihren drölfzighundert Vorschriften ermöglicht… Flexibilität wird einem hier nicht gerade einfach gemacht.

Aber ich habe zumindest ein Stück Vereinbarkeit geschafft
und ich weiß, dass ich es schon echt gut habe!

Eure TeilzeitWorkingMum
schnuppismama

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3 Kommentare zu „Ich träume von Vereinbarkeit und vom Angekommen sein {Zurück im Job}

    1. Ist sie leider auch. Nun hab ich es gut, dass ich nicht mehr arbeiten MUSS und (derzeit) NOCH so wenig arbeiten DARF. Da wir hier aber außerhalb wohnen, machen einzelne längere Tage Sinn und nicht täglich kurze. Das wiederum lässt sich aber nicht so richtig mit den Betreuungszeiten regeln… Schade!

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