aus dem Mama-Leben

Unser neuer Alltag {Der sanfte Einstieg}

Es ist soweit, nun ist der neue Alltag da. Über die letzten Wochen hatte er sich, mit meiner Rückkehr in meinen eigentlichen Job und der damit einhergehenden Rückkehr für zwei Tage die Woche ins Büro, langsam eingeschlichen.

Der sanfte Einstieg

Elternzeitjahre enden nun einmal in den meisten Fällen nicht passend mit Kindergartenjahren, und so fehlte es uns zunächst an den nötigen, neuen Betreuungszeiten und dann folgten auch schon die Sommerferien, also die Schließzeit unseres Kindergartens. Trotz fehlender Familie vor Ort haben wir es gut hinbekommen, diese knapp zwei Monate zu bewältigen und letztendlich bescherte dies unseren Kindern und auch uns als Eltern einen wirklich sanften Einstieg. Ich fuhr morgens ins Büro und hatte keinerlei Zeitdruck, da die Kinder vom Vater oder den Großeltern abgeholt wurden und dann geborgen umsorgt waren.

So konnte ich mich wirklich gänzlich auf meinen Wiedereinstieg konzentrieren. Der erste Tag hatte mich umgehauen, aber schon am zweiten lief es wieder ganz flüssig. Dank der ermöglichten Fokussierung auf meinen Job sowie mich zuhause auch einfach ein wenig ausruhen und andere machen lassen zu können, fiel mir die Rückkehr wahrlich leicht und schnell fühlte ich mich wieder vertraut mit diesem Teil meines „früheren Lebens“.

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Dar wir noch den Luxus der Kindergartenschließzeiten von gerade einmal dreieinhalb Wochen (gegenüber 6 Wochen Schulferien) haben, ich aufgrund Schwangerschaftsbeschäftigungsverbotes auch noch Resturlaub aus 2012 und 2013 zu verbraten habe, konnten wir uns in den Ferien die Betreuung einfach teilen. Die Kinder hatten so richtig gute Ferien mit toller Exklusivzeit mit dem Papa oder der Mama. Und wir Eltern selbst konnten ganz entspannt ohne Zeitdruck unserer Arbeit nachgehen, während der andere bei den Kindern war.

Ja, es war wirklich ein langsamer und sanfter Einstieg für uns alle vier in diese neue Situation. Vielleicht mag es nun für den ein oder anderen etwas lächerlich klingen, was für ein Thema ich aus zwei Bürotagen mache, die neben weiterhin drei 4-Stunden- nun auch zwei 6,5-Stunden-Kindergartentage für Schnuppi und Knupsi mit sich bringen. Aber für uns ist das einfach (noch) ungewohnt und mir persönlich ist es wichtig, die externe Betreuung meiner Kinder möglichst gering zu halten. Ich bin sehr dankbar, dass wir das überhaupt so gestalten können; das ist nicht selbstverständlich und das weiß ich.

Nichtsdestotrotz ist es für uns wahrlich eine große Umstellung; auch, weil wir die Betreuung unserer Kinder alleine sicherstellen müssen, da nicht mal eben ein Familienmitglied einspringen kann, weil eben keiner direkt vor Ort ist. Die Zeitplanung des Alltags war für mich daher ein großes Thema und nun folgt also die Probe aufs Exempel.

Unser neuer Alltag

Denn nun ist er wahrlich da: unser neuer Alltag. Und obwohl ich ja nun schon seit Mitte Juni wieder ins Büro fahre, brach am ersten Tag das große Drama aus, als ich mich in aller Frühe ins Büro verabschiedete und der Papa die zwei bereits zum Frühdienst in den Kindergarten brachte, wo ein für die beiden erster langer Kindergartentag anstand. Knupsi kam total verschlafen die Treppe herunter, als ich mir gerade meine Laptoptasche über die Schulter warf – und brach sofort und direkt in großes Gebrüll aus: „MAAAAMAAAAAAAA!“ Sie klammerte sich auf meinem Arm fest, meine Bluse war binnen Sekunden Tränennass und mir schnürte es die Kehle zu. Ich war komplett überrumpelt, damit hatte ich nicht gerechnet. Die beiden wussten, dass ich ins Büro fahren würde und hatten sich da eigentlich schon gut dran gewöhnt. Dass es plötzlich so extrem schlimm sein sollte, erwischte mich eiskalt. Doch den Abschied nun unnötig in die Länge ziehen, würde es nicht besser machen, ganz im Gegenteil. So übergab ich sie an den Papa, dies kleine Bündel Elend, dass sich die Seele aus dem Leib schrie, verabschiedete mich von einer mühsam gefassten Schnuppi, hauchte dem Mann noch einen Kuss zu, rief gegen Knupsis Geschrei an, er möge bitte Entwarnung geben, sobald es wieder gut sei und eilte hinaus. Das saß! Warum ging es meiner Kleinen plötzlich so schlecht? Und die Große sah auch eher unglücklich aus, und das sicherlich nicht nur aufgrund des Auftrittes ihrer kleinen Schwester…

Ich war fix und fertig. Nein, damit hatte ich nicht gerechnet, was für ein Horror! Mit nassen Augen fuhr ich los zur Arbeit und wartete und wartete auf die erlösende sms. Als ich eine halbe Stunde nach geplanter Abgabe im Kindergarten noch immer nichts gehört hatte, rief ich meinen Mann an. Er hatte meine Bitte ob des lauten Weinens von Knupsi einfach nicht gehört und natürlich war schon längst alles wieder in Ordnung. Knupsi hatte sich ein paar Minuten nach meiner Abfahrt gefangen, lediglich das Frühstück verweigert und sich im Kindergarten dann aber fröhlich vom Papa verabschiedet und mit Schnuppi zusammen als erste Kinder des Tages den Kindergarten gestürmt.

Wieder einmal eine Situation unterschätzt #mommyfail

Erleichterung breitete sich in meinem Körper aus und ich konzentrierte mich voll auf die Arbeit. Doch wirklich komplett entspannen konnte ich mich den ganzen Vormittag über nicht. Warum hatte ich das nicht kommen sehen? Mal wieder, wie schon viel zu oft, hatte ich eine Situation emotional unterschätzt. Als ich gegen Mittag fast alles erledigt hatte, legte ich nochmal an Tempo zu und verließ dann das Büro 15 Minuten früher, um schnell zu meinen Kindern zu kommen. Eine halbe Stunde vor Betreuungsende stürmte ich bereits den Kindergarten, schloss meine Mäuse fest in die Arme und wollte sie nie wieder loslassen. Sie hingegen hatten einen tollen Vormittag hinter sich und waren zwar erschöpft, aber gut zufrieden.

Abends besprach ich beim Zu-Bett-Gehen noch einmal mit beiden den nächsten Tag und dass dieser erneut so ablaufen würde. Ich rief in Erinnerung, dass das alles wunderbar geklappt hatte, dass ich sie ja auch morgen wieder abholen und danach erstmal wieder die kurzen Kindergartentage anstünden. Knupsi erklärte mir trocken, dass sie dann wohl das „große Geheul“ (O-Ton) lassen werde und Schnuppi erklärte ihre Vorfreude auf die kurzen Tage.

Ich war vorsichtig optimistisch, dass der nächste Tag besser klappen würde. Und Knupsi ließ ihren Worten Taten folgen; sie verabschiedete sich fröhlich und sehr innig von mir, drückte und knuddelte mich und sagte mir, wie sehr sie sich auf mich freue am Mittag. Ein Stein fiel mir vom Herzen – bis ich in Schnuppis trännennassen Augen blickte… oh nein… Ich hätte es ahnen können. Sie ist ganz die große Schwester, hatte Knupsi am Vortag Raum für ihre Gefühle gegeben und nun war da Platz für ihre eigenen. Meine Große, meine Tapfere… Wir drückten uns, sagten uns, wie sehr wir uns vermissen werden und auch meine Augen wurden leicht feucht. Vielleicht hat ihr das geholfen, dass sie sah, dass es mir ebenso geht. Sie ließ mich tapfer losfahren…

An diesem Mittag bekam ich die neue Situation auch noch einmal deutlich zu spüren, als gleich zwei Straßenbahnen „ausfielen“ und ich 12 Minuten später als geplant losfahren konnte. Berufstätige Eltern werden wissen, dass 12 Minuten bei einem eng getakteten Zeitplan, wie Arbeits- und Betreuungszeiten ihn mit sich bringen, wirklich viel sind. Ich wurde nervös, war angespannt, schaute alle paar Sekunden auf die Uhr. Gut, dass ich einen Puffer eingeplant hatte, der nun zwar verpuffte, aber ich kam pünktlich. Es war wie ein kleiner Warnschuss, grundsätzlich genügend Puffer einzuplanen. Es war ein wichtiger Hinweis, dass es auch mit Straßenbahnen, die eigentlich alle 5 Minuten fahren, mal nicht so laufen kann. Und ich merke, dass ich mich mittags derzeit nicht in selbiger entspannen und was lesen kann; zu stark lastet der Zeitdruck auf mir.

Der Alltag wird schon noch Alltag werden

Man könnte sagen, der Ernstfall hat uns jetzt etwas kalt erwischt. Doch gerade wenn ich betrachte, wie wir das jetzt erlebt haben, bin ich sehr froh darüber, dass wir diesen zunächst sanften Einstieg hatten. Er hat mir den Wiedereinstieg sehr erleichtert, so dass ich mich nun mehr darauf fokussieren kann meine Kinder zu begleiten, so dass der neue eben der normale Alltag wird.

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– auch an den Tagen, wo der Papa in den Kindergarten Bringdienst hat,
packe ich alles für den KiGa Benötigte für die Mäuse zusammen –

Ich bin wahrlich dankbar, dass mir eine so geringe Stundenzahl und meinen Kindern damit ein noch recht kurzer Betreuungsumfang möglich ist. Und so werden wir uns hoffentlich schnell gut zurechtfinden. Schlussendlich finden es unsere zwei Mäuse ja auch spannend, nun zweimal in der Woche nicht nur vom Papa hingebracht zu werden sondern auch noch die ersten zwei Kinder im Kindergarten zu sein (da der Papa überpünktlich vorfährt). Und ich hoffe, dass auch bald die zwei Nächte vor meinen beiden Arbeitstagen wieder ruhiger und schlafreicher werden… …meine kleinen, feinfühligen Mäuse 😉

Eure optimistische TeilzeitWorkingMum schnuppismama 🙂

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