aus dem Mama-Leben

Habe ich mich als Mama verändert? {Blogparade}

 

Seit bald 6 Jahren bin ich nun Mama. Es war immer mein Wunsch und seit ich es bin, weiß ich noch mehr, was mir gefehlt hätte, wenn mir dieser Wunsch verwehrt geblieben wäre. Ein Leben ohne Kinder wäre für mich eine Katastrophe. Das heißt wahrlich nicht, dass ich die perfekte Mama bin, die alles aushält, die nie an ihre Grenzen stößt und die immer gelassen (re)agiert. Ich bin mit dem Herzen Mama und bin dabei ganz menschlich, mit meinen (eigenen) Gefühlen und meinen Fehlern.

Habe ich mich als Mama verändert?

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Als ich hoch schwanger war und somit kurz davor stand, Mutter zu werden, sagte eine Bekannte fast befehlsmäßig zu mir: „Du veränderst Dich dann aber nicht so, wie so viele, die dann nur noch Mama sind und eben so gar nicht mehr wie vorher, oder?“ Ein rhetorisches „oder“, ein „oder“, dass keinen Widerspruch duldete. Was antwortet man auf sowas? Ganz abgesehen davon, dass ich diese Frage, die mehr einer Aussage gleich kam, regelrecht unverschämt finde, ist sie doch vorher gar nicht zu beantworten. Und überhaupt. Wird man ein anderer Mensch?

Geboren wird nicht nur das Kind durch die Mutter, sondern auch die Mutter durch das Kind.
Gertrud von le Fort (1876-1971)

Dass das Mama werden eins der einschneidendsten Erlebnisse im Leben ist, welches einem widerfahren kann, darin sind wir uns wohl alle einig. Es ist ein irreversibler Vorgang. Mit der Geburt Deines Kindes bist Du auf ewig Mutter. Du trägst eine ungeheure Verantwortung, die Verantwortung für einen ganzen Menschen, ein ganzes Leben. Sicherlich verändert diese sich mit zunehmendem Alter, doch sehe ich ja selbst an den mir vorangehenden Generationen, dass es niemals ganz aufhört.

Die Entscheidung, ein Kind zu haben ist von großer Tragweite. Denn man beschließt für alle Zeit, dass das Herz außerhalb des Körpers herumläuft.
(Elisabeth Stone)

Und so ist es doch schlicht und ergreifend eine so extreme Änderung im eigenen Leben, die sich einfach auswirken muss. Es kann mir doch keiner erzählen, dass das spurlos an einem vorbei geht. Allein die Aufmerksamkeit und Pflege – und das 24/7 – sind nicht wegzudiskutierende Fakten.

Die Frage, ob mich das Mutter sein verändert hat, so wie sie von 2Kindchaos im Rahmen dieser Blogparade gestellt wurde, läuft mir natürlich nicht das erste Mal über den Weg. Man begibt sich mit der Reise des Mutter werdens gleichzeitig auf die Suche nach seiner eigenen, neuen Position, nicht einfach nur in der Beziehung, der Familie sondern in der Gesellschaft, ja, der Welt. So habe ich schon recht früh im neuen Mamaleben darüber sinniert, wo ich denn nun stehe.

Mein Leben hat sich verändert, nicht mein Ich

Ja, mein Leben hat sich grundlegend geändert und ich habe es sehr an die Bedürfnisse meiner Kinder sowie an die von uns als Familie angepasst; und das empfinde ich als ganz normal und natürlich – und vor allem als schön!

Kinder zu bekommen war (m)ein Wunsch und (m)eine bewusste Entscheidung. Einfach so weitermachen wie vorher, geht gar nicht – und habe ich auch nie gewollt. So viel in meinem Leben hat sich zum Positiven verändert. Einmal raus aus der Berufsmühle, sieht man überhaupt erst wieder richtig. Die Prioritäten rücken sich gerade.

Doch das kommt alles aus mir! Ich bin immer noch derselbe Mensch wie vorher. Meine Eigenschaften, die mich als Person ausmachen, sind es, die auch mich als Mutter ausmachen. Vielleicht kann ich meinen Charakter als Mama sogar mehr ausleben als es manchmal in der Berufswelt der Fall war, wo Regeln und Umgangsformen, Deadlines und Tunnelblick manches verdecken.

Berufstätige Mutter – die Persona Non Grata

Und so kommt die größte Veränderung für mich persönlich von außen. Die Nicht-Wertschätzung der Gesellschaft und die Nicht-Vereinbarkeit von Familie und Beruf, lassen eine Mutter zur Persona Non Grata werden. Es gibt keine Anerkennung für den Dienst, den man mit Nachwuchs an der Gesellschaft leistet; es gibt kein Lob für den Spagat zwischen Berufs- und Mamaleben. Damit ist schwer klar zu kommen.

Und so ist das Letzte, was ich mir nachsagen lasse, ich habe mich (grundlegend) verändert. Ich weiß, dass ich mich gar nicht verändert habe. Ich habe mein Leben an die Anforderungen, die es aktuell mit sich bringt, nach Herz und Gewissen angepasst, so wie ich nun einmal bin – und ich mache diesbezüglich meine Erfahrungen mit meiner Umwelt und der Gesellschaft im Allgemeinen.

TOP 3 BLOGPARADEN PARTY PUNKTE

 

Und wenn die fantastische Frieda von 2KindChaos nun meine Top-3 wissen möchte, dann sind es die Veränderungen, die das Mama werden mit sich gebracht hat:

  1. Ich habe eine wunderbare neue Sicht auf die Dinge, die mir gezeigt hat, was wirklich wichtig ist im Leben!
    .
  2. Durch meine Kinder haben sich Alltag und Wochenende sowie Urlaub komplett verändert. Alles braucht mehr Zeit, was einerseits entschleunigt und damit andererseits auch Zeit „kostet“. Am Wochenende oder im Urlaub ausschlafen? Volles Kulturprogramm? Momentan kunterbuntes, lautes, chaotisches und fröhliches Familienleben, was einen ab und an auch mal in den Wahnsinn oder zumindest an den Rand des Nervenkostüms führt.
    .
  3. Und letztlich muss ich mich auch mit meiner neuen Position zurechtfinden, die mir die Gesellschaft widerspiegelt: null Anerkennung als Mutter und als Teilzeitarbeitskraft – im Gegenteil. Und dies ist der Punkt, der mich echt stinkig macht…
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Vor allem aber bin ich glücklich, Mama von zwei so wundervollen Töchtern sein zu dürfen!

Eure schnuppismama

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9 Kommentare zu „Habe ich mich als Mama verändert? {Blogparade}

    1. Nö. Ich schreibe, weil ich gerne schreibe. Bin ja auch keiner „der großen Blogs“.
      Ich schreibe, um meine Meinung kund zu tun und weil ich es eben gerne mache.
      Anerkennung bekomme ich an anderer Stelle wie von meinen Kids und auch im Job.

      Gefällt mir

  1. ich hab es glaub ich eh schonmal kommentiert… dieser spagat, der gesellschaftlich kaum zu schaffen ist und der einem halt auch eine gewisse absicherung bietet (pensionsanspruch), ist für mich ein ziemlicher hemmschuh. ich glaube, ich komme an einen punkt, wo ich diese angst überwinden und das risiko eingehen kann, aber ich finde es traurig und schlimm, wie sich die werte der gesellschaft verschoben haben, dass man quasi als spießig gilt, weil man ein „konservatives“ familienkonstrukt anstrebt. es schlägt sich ja ohnehin schon in den geburtenraten nieder, mit 2 kindern bist du ja eh schon top dabei und was das für eine gesellschaft bedeutet, muss man wohl auch nicht ausführen. es lässt sich halt sichtlich mit „DINKS“ mehr geld machen als mit familien und von daher werden sie medial auch mehr angestrebt.

    ich drifte hier grade ein bisschen ab, tut mir leid. von mir hast du alle wertschätzung, ich finde es toll, wieviel gedanken du dir machst, wieviel mühe du dir gibst und ich hoffe inständig, dass es auch irgendwann in eine richtung geht, dass derlei dingen wieder die anerkennung zukommt, die sie verdient hat. denn eine gesellschaft ohne kinder, tja.
    dass man sich als mama im verhalten ändert, finde ich völlig normal und auch wichtig, sogar notwendig. trotzdem stehe ich momentan noch auf der anderen seite und kenne halt zwei verschiedene arten von müttern. diejenigen, die mütter sind, aber immer noch ein „ich“ behalten haben, das andere menschen (freunde) wahrnehmen kann, auch vielleicht mal fragen wie es geht und an der antwort interessiert sind. und diejenigen, die von freunden erwarten, dass sie zuhören, gefallen tun und sich nach ihnen richten, während ein „wie gehts dir“ nur mehr eine desinteressierte floskel ist, weil sie in ihrer familienblase keinen platz mehr haben (das klingt vielleicht grade ein wenig verbittert, weil es mir mittlerweile mit 2 menschen, die ich sehr mochte, passiert ist). ich akzeptiere das natürlich, aber es macht mich dennoch traurig.

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    1. Danke für Dein tolles, differenziertes Feedback. 😘
      Letztendlich würde ich mich immer wieder für Kinder entscheiden und die Leute sollen halt reden. Deswegen schlucke ich diese Ungerechtigkeiten aber nicht einfach.

      Was die zwei verschiedenen Arten von Müttern angeht, gibt es diese auch bei Nicht-Müttern und das ist eigentlich schon der Kern meiner Aussage: es gibt MENSCHEN, die sich für andere ehrlich interessieren. Und es gibt MENSCHEN, die sich selbst im Fokus haben. Mit denen teilt man eine Zeit lang den Weg, weil es derselbe ist; ändert sich dieser, läuft es mit diesen Menschen eben nicht mehr wie vorher.

      …und ich mache tatsächlich die Erfahrung, dass es Situationen/Treffen in meinem Alltag gibt, wo ich lieber gar kein Wort über meine Kinder sagen sollte…

      Und ich bin mir sicher, dass DU Deinen Freunden eine echte Freundin bist – als der wunderbare Mensch, der Du bist, egal ob mit oder ohne Kind! 😘

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      1. danke meine liebe. und menschen wie du geben mir den glauben daran zurück, dass diese ziele, die ich einmal hatte, auch wirklich erstrebenswert sind, neben all den „regretting motherhood“ katastrophen, die man so liest…

        und ja, da hast du bestimmt recht. vielleicht ist dann einfach durch die zeitliche einschränkung, die man mit kindern halt andern gegenüber hat, der punkt, wo sich das herauskristallisiert…

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      2. Ich finde es übrigens sachlich falsch, die Gesellschaft als Grund für „Regretting motherhood“ anzugeben. Das ist eine Sache zwischen Mutter und Kind. Und ja, manche sollten wirklich keine Kinder haben.
        Ich „regrette“ aber nicht meine Kinder, mein Muttersein sondern mich kotzt es an, wie mit Familien, mit Kindern und der Vereinbarkeit umgegangen wird!
        Und ja, man hat als Eltern weniger Zeit als vorher, deswegen kann ich bei einer Freundin noch immer ehrlich nach ihrem Befinden fragen und eine ehrliche Antwort haben wollen und ZUHÖREN WOLLEN und mich ernsthaft für sie interessieren!

        Ich glaube, wir sind uns sehr einig 🙂

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