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Wie ich als „Gegner“ zu einer Thermomix-Party ging… {von Vorurteilen & Liebe auf den 2. Blick}

Wer auch immer dieses Drehbuch geschrieben hat – wäre es im Fernsehen gekommen, hätte ich es als zu unrealistisch abgetan… Doch von vorne:

Wie ich als „Gegner“ zu einer Thermomix-Party ging

Es ist ein Sonntag Morgen Ende 2015. Wir sitzen zusammen mit der Familie meiner Schwester an unserem Esstisch und Frühstücken. Irgendwann kommt das Thema auf diesen Thermomix, das megateure Gerät, was ja ach so alles kann. Wer bitte ist so bescheuert, soviel Geld für eine Küchenmaschine auszugeben?! Eierlegende Wollmilchsau? Typisch Vorwerk wieder irre teuer… mannomann. Es ist die Rede von diesen Thermomix-Parties und dem damit einhergehenden Hype. Hype? Thermomix-Parties? Dieser Kelch ging immer an mir vorbei. Ich kenne zwar ein paar, die einen haben, aber bitte, jedem das seine. So lange wir hier keinen Goldesel stehen haben, kommt das für uns eh nicht in Frage. Doch noch am selben Abend nimmt das Schicksal seinen Lauf… Sonntag – Tatort-Zeit. Mein Handy vibriert, ich schaue noch flott drauf und kann nicht glauben, was ich da lese: Ich werde zu einem Thermomix-Abend eingeladen. WTF? Ich betrachtete das ganze pragmatisch, denn Thermomix hin oder her bedeutete dies:

  • ein freier Abend für mich
  • mit lieben Menschen um mich rum
  • und Essen gibt es auch noch

Der Entschluss stand somit also trotz meiner Abneigung gegen dieses unbekannte Gerät schnell fest: ich gehe hin.

Die Abwehrhaltung

Voller Überzeugung dieses Teil doof zu finden, machte ich mich dann also alsbald auf den Weg zu eben jener Thermomix-Party. Da stand dann dieses Riesenteil, ein Monster von Gerät, und einfach zu bedienen erschien es mir auf den ersten Blick ja auch mal so gar nicht. Meine innere Abwehrhaltung stand wie eine Festung – Abneigung pur! Ich hatte fest vor, mir das alles brav anzuhören, aber sonst nicht weiter damit zu beschäftigen und mich aufs Essen zu freuen. Doch da hatte ich die Rechnung ohne die Thermomix-Beraterin gemacht. Plötzlich hatte ich ein Kärtchen in der Hand und war mit einem der Rezepte selbst direkt am Thermomix dran. Pah, ich finde das trotzdem schwer zu bedienen und werde mich da jetzt nicht drauf einlassen… Ich ließ mir jeden Minischritt erklären und musste trotz all meiner Verweigerung feststellen, dass das alles total einfach war. Ich war ein ganz kleines bisschen positiv überrascht, was ich mir zu diesem Zeitpunkt aber so gar nicht eingestehen wollte.

Über den Abend hinweg probierte jeder ein Rezept am Thermomix aus und es fiel immer wieder das Wort „Geling-Garantie„. Aber hallo, ich kann kochen – ich brauche sowas wie Geling-Garantie gar nicht. Ich brauche keine supidupi Rezepte, um was Leckeres auf den Tisch zu bringen. Ich brauche also keinen Thermomix!

Meine Abwehr bröckelt

Dennoch entgeht mir nicht, was dieses Teil alles kann. In meinem Kopf beginnt es zu arbeiten und ich denke an die verschiedenen Gerichte, die ich relativ regelmäßig koche.

Ach, mit dem Thermomix könnte ich das so und so machen.
Und wenn ich dann das darin zerkleinere… Ach, wie praktisch.
Mensch, da erspart der mir aber ganz schön Mühe…
Dies Rezept könnte ich damit auch mal wieder machen, das ist mir sonst oft zu aufwendig…
Und wieviel einfacher das Brot backen wird…

Ja, besonders die Möglichkeiten, was die Unterstützung beim Backen, vor allem bei Hefeteigen, anging, musste ich mir eingestehen, dass das Teil eine supertolle Hilfe sein könnte – aber der Preis…!

Vorwerk ist eben Vorwerk

Ja, Vorwerk ist Vorwerk. Das trifft zum einen auf die saftigen Preise zu, aber eben auch auf den Grund, warum diese gerechtfertigt sind. Vorwerk hält! Zum einen weiß ich das aus eigener Erfahrung, denn in meinem Elternhaus gibt es einen nicht kaputtzukriegenden Vorwerk-Staubsauger. Und an jenem Abend hörte ich dann noch von alten Thermomix-Modellen, teils 20 Jahre alt, die natürlich nicht ansatzweise können, was der heutige kann, aber noch immer laufen und bestens funktionieren – und noch immer einen Wiederverkaufswert haben (der bei der Anschaffung eines neuen Modells eine prima Anzahlung sein kann). Also, eigentlich eine Anschaffung ohne großes Risiko.

Liebe auf den 2. Blick

Das alles war mir natürlich bewusst und am Ende des Abends konnte ich mich nicht länger dagegen wehren: Was für ein geniales Teil! Aber da wird der schnuppispapa ja niemals mitmachen… Noch im Spaß sagte er mir vorm Weggehen: „Aber ja nicht bestellen!“ und ich antwortete noch wahrheitsgemäß „Wie sollte ich? Das Geld hab ich nun wahrlich nicht!“ Doch nun war ich infiziert. Jetzt, wo ich das Gerät kannte, wo ich wusste, was der alles kann und vor allem mit dem Vorurteil aufgeräumt wurde, dass der für Leute ist, die nicht kochen können, da wollte ich ihn unbedingt haben. Ja, es stimmt, mit seiner Geling-Garantie und den tollen Rezepten, kann quasi jeder damit ein superleckeres Gericht zaubern und kochen. Aber wer kochen kann, der weiß die unglaublichen Möglichkeiten, die einem diese Küchenmaschine bietet, so richtig wertzuschätzen und zu vor allem zu nutzen.


Ich glaube, der schnuppispapa fiel aus allen Wolken, als er meine absolute Begeisterung bemerkte. Und ich gestehe, dass ich ihm damit nun ständig in den Ohren lag. Aber der Preis…

Wie kommt man an den TM5?

Ja, der Preis… Das Geld für diese Anschaffung muss man erst einmal haben. Im Endeffekt gibt es drei Wege, um an den TM5, wie das aktuelle Thermomix-Modell heißt, zu kommen. Man kann selber Thermomix-Beraterin werden und ihn sich erarbeiten, man kann ihn direkt per Rechnung in einem Betrag bezahlen oder man zahlt ihn in Raten ab. Natürlich hat eine Thermomix-Beraterin immer passende Argumente für die ein oder andere Zahlweise. Bei der Ratenzahlung wird beispielsweise gerne die monatliche Rate mit den monatlichen Ausgaben beim Bäcker gleichgesetzt. Auch sich den TM5 zu erarbeiten, indem man nur genug Geräte verkauft, wird einem schmackhaft gemacht und ist sicherlich für die ein oder andere auch eine tolle Möglichkeit, wenn einem der Vertrieb so ein wenig liegt und man auch die nötige Zeit erübrigen kann und möchte. Beide Varianten sind nicht gerade die, die der schnuppispapa unterstützen würde. Aber die volle Summe haben wir nun wahrlich nicht mal eben über. Wir sind eine vierköpfige Familie mit einem Vollzeit- und einer Viertel-Stelle, mit Kredit und einem nicht mehr ewig funktionierenden Auto…

 

Dass mir dieses Teil aber nicht mehr aus dem Kopf ging, das entging keinem. Und so sparte ich. Ich ließ mir zu den gewissen Anlässen Geld dafür schenken und den Restbetrag, ca. 1/3 der Gesamtsumme haben wir dann doch noch von unserem Jahresbudget für Sonderausgaben abgezweigt… Und so konnte ich nach über einem halben Jahr twittern:

Ja, und nun bin ich schon so lange einfach nur glücklich mit meinem Thermomix. Er ist hier fast täglich und manchmal mehrmals täglich im Einsatz. Ich nutze ihn hauptsächlich als die beste Küchenmaschine, die ich je hatte, um meine üblichen Gerichte zu kochen. Aber auch den Mehrwert, den ich durch die verschiedenen Kochbücher, Rezepthefte und Internetportale bekommen habe, nutze ich zunehmend.

Und die Moral von der Geschicht? – Verurteile, was Du nicht kennst, lieber nicht! 😉

Ja, ich habe daraus wirklich was gelernt. Ich habe ein Gerät anhand von Vorurteilen kritisiert, ohne es wirklich zu kennen. Ich habe etwas belächelt und Witze darüber gemacht und hatte keine wirkliche Ahnung. Und der Thermomix polarisiert. Das merke ich immer wieder. Die Sprüche, die ich selbst brachte, schlagen auch mir nun öfter entgegen. Nur liebe Leute, das ist mir ziemlich schnurzpiep, denn ich weiß, was ich an meinem TM5 habe – so wie übrigens auch viele Profi-Köche, ist der Thermomix doch mittlerweile in einige Restaurantküchen als perfekter Küchenhelfer eingezogen 😉

In diesem Sinne wünsche ich allen, die heute noch so wie ich mit Kochen beschäftigt sind, gutes Gelingen
– ob mit oder ohne Thermomix 😉
Eure gerne kochende schnuppismama

5 Kommentare zu „Wie ich als „Gegner“ zu einer Thermomix-Party ging… {von Vorurteilen & Liebe auf den 2. Blick}

  1. Hm, bin immer noch nicht überzeugt. Verstehe zB die Erleichterung beim hefeteig nicht. Ich backe mehrmals die Woche Brot und Gebäck aus Hefeteig. Alles in die Küchenmaschine, kneten, gehen, backen. Was soll da noch schneller und einfacher sein?
    Ich sollte mal auf einen Abend gehen, mag dafür aber nciht meine Zeit opfern *haha*.
    Ich bleibe also weiterhin „Gegner“ bzw liebe meine Küchengeräte und meine Gerichte mit Töpfenund Pfannen gekocht.

    Grüßle!

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    1. Kenne Deine Punkte alle von vor dem Abend 😉
      Ansonsten kann man zB beim Mixen gleichzeitig erwärmen. Schön bei Hefe, aber eben gerade auch für Cremesuppen, Saucen und allem, wo man sonst zB rührend dabeistehen muss. (Ich muss halt an meinen Nicht-Bürotagen möglichst jede Minute doppelt nutzen, um alles zu schaffen.)
      Was ich auch an dem Abend noch nicht so, aber jetzt umso mehr für mich entdeckt habe, ist das Dampfgaren.
      Das Gerät vereint halt vieles und ist für MICH die perfekte Küchenmaschine.
      Mein Fazit ist aber eigentlich, dass dieses dafür und dagegen einfach nicht sei muss. Jeder nutzt DIE Küchenutensilien/-maschinen, die er will/möchte und ich finde, dass darf man auch so auf Instagram & Co zeigen, ohne dass es deswegen ständig Kommies geben müsste.

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  2. Also der Artikel klingt wie eine reine Werbung für den Thermomix. Mein Frau ist Morgen auf einer Party eingeladen und will dort natürlich nichts kaufen und nur essen. Ich hoffe es bleibt dabei… Ich überlege schon mitzukommen 🙂

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  3. Also der Artikel klingt wie eine reine Werbung für den Thermomix. Mein Frau ist Morgen auf einer Party eingeladen und will dort natürlich nichts kaufen und nur essen. Ich hoffe es bleibt dabei… Ich überlege schon mitzukommen 🙂

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  4. Ein schöner Artikel. Hätte von mir sein können. 🙂 Im letzten Jahr ist mir endlich bewusst geworden, dass meine Gerichte im Lauf der letzten Jahre immer einfallsloser, ungesünder und einfacher geworden sind und ich vieles nicht mehr auf den Tisch brachte, was ich früher gerne gekocht und gegessen habe. Der Grund: ich habe Arthrose. Kneten, rühren, schlagen etc. Strengt mich an und wenn z.B. mein Pizzateig endlich geknetet war, hatte ich keine Kraft mehr für den Belag übrig. Zudem stellte ich fest, dass ich nur Küchenutensilien hatte, die schon meine Oma hatte. Also, ich war stolze Besitzerin eines Schneebesens und eines Rührmixers und meine letzte Errungenschaft war ein Dampfkochtopf gewesen. (von dem mittlerweile auch schon der Dichtungsring allmählich morsch wird).
    Eine Küchenmaschine wäre nicht verkehrt, dachte ich, und begann, mich mal umzuhören.
    „Du brauchst einen Thermomix“, waren 9 von 10 Antworten.
    Na klar, dachte ich, und der Gedanke an die eierlegende Wollmilchsau, die fast so teuer ist, wie ein Urlaub, kam mir ebenfalls in den Sinn. Nönö, eine Küchenmaschine tut es doch allemal, dachte ich. Also recherchierte ich nach Küchenmaschinen, und stellte fest, dass eine solide Küchenmaschine auch nicht eben billig ist. Also wagte ich doch den Sprung und bestellte mir einen TM. Von Null (Schneebesen) auf Hundert (TM).
    Was soll ich sagen: für mich ist diese Erfindung ein echter Segen! Ich koche wieder deutlich abwechslungsreicher, gesünder und endlich auch wieder mit viel mehr Freude. Und es gibt endlich auch wieder selbstgemachte Pizzen, Quiches, Kuchen, Brot und vieles mehr, was mir ohne den TM sonst einfach zu anstrengend gewesen ist. Nachdem ich zuerst Rezepte speziell für TM gekocht habe, bis ich wusste, wie es funktioniert, koche und backe ich jetzt oft wieder meine eigenen Rezepte und probiere auch ganz neue Dinge aus.
    Es gibt immer noch Gerichte, wie z.B. Rouladen, die ich lieber klassisch koche, aber vieles, z.B. Spargel, was im TM einfach aromatischer wird.
    Ich verstehe auch nicht so recht, warum dieses Gerät so polarisiert? Hätte ein Dampfbügeleisen denn auch so polarisiert, wenn es damals schon Facebook & Co gegeben hätte?
    Ich möchte meinen TM nicht mehr missen, verstehe aber auch diejenigen, denen das Gerät zu teuer ist. Es möge jeder so kochen und das essen wie und was er mag. 🙂

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