aus dem Mama-Leben

„Mama, Dich liebe ich am meisten!“

Abends, wenn es ins Bett geht, bekommt jede unserer Töchter nochmal exklusive Papa- und exklusive Mama-Zeit. Unsere Mini-L fordert das gerade nicht groß ein, schickt dann spätestens mich recht schnell wieder raus, da sie müde ist und in Ruhe einschlafen möchte. Etwas, was wir von unserer Großen gar nicht kennen…

„Mama, Dich liebe ich am meisten!“

Wenn ich von Mini-L zu Maxi-L gehe und mich zu ihr kuschle, dann kommen ihre ganz großen Themen raus. Dann will sie viel loswerden und viel fragen und nicht selten sind es die philosophischen Dinge, die ein Kind so beschäftigen können, die, auf die es nicht immer die exakte Antwort gibt. Aber auch die für die Kleinen großen Probleme, die es manchmal in den zarten Kinderfreundschaften gibt. Mich rausschicken? Nein, das würde Ihr nie einfallen.

„Mama, bist Du müde?“
„Ja, Du auch?“
„Du kannst ruhig hier bei mir liegen bleiben. Schlaf doch jetzt, wenn Du müde bist!“
„Schnuppi, ich muss aber noch ein wenig was tun und möchte mich auch noch mit dem Papa unterhalten.“
„Ich möchte aber nicht ohne Dich sein. Kannst Du nicht bei mir bleiben?“
„Ich bin doch da! Ich bin doch immer in der Nähe!“
„Und wenn ich was schlechtes träume?“
„Dann kommst Du zu mir. Ich bin doch da!“

Dieses Gespräch findet so oder so ähnlich und in wesentlich längerer Dauer Abend für Abend statt. Und so lagen wir da auch neulich in ihrem Bett, tauschten liebe Worte aus und plötzlich sagte sie:

„Mama, Dich liebe ich am meisten!“

Ich darf mich glücklich schätzen, dass sie mir oft sagt, wie lieb sie mich hat. Dann sucht sie nach möglichst großen Dingen, mit denen sie verdeutlichen kann, wie SEHR sie mich lieb hat. Gern genommen:

„Mama, ich hab Dich so lieb wie ein Dinosaurier groß ist!“

Es sind Worte, die mich natürlich sehr berühren. Wenn Dein Kind geboren wird, gibt es diese bedingungslose Liebe geschenkt, einfach so. Der größte Vertrauensvorschuss, den ich kenne. Und diese Liebe ist so rein und so groß, wie man es vorher nicht gekannt hat.


Diese Zuneigung bringt eine große Verantwortung und Aufgabe mit sich: nämlich genau diese zu rechtfertigen mit allem Tun und Handeln, was Eltern ausmacht. Und wenn dann meine nun schon sechseinhalbjährige Tochter solch große Liebeserklärungen mir gegenüber ausspricht, dann ist das Balsam für meine Seele. Dann weiß ich, dass ich ihr wohl eine ganz gute Mama bin, mit allen Facetten, die dazu gehören.

Versteht mich nicht falsch. Beim ständigen Reflektieren hagelt es von mir für mich selbst stets reichlich Kritik. Doch gerade dann tut es einfach gut, solch liebe Worte von seinem Kind zu hören.

„Ich hab Dich auch unendlich doll lieb!“

Die große Frage für mich als Zweifachmama und Ehefrau ist, wie ich auf diese große Liebeserklärung korrekt antworte. Wie erkläre ich meinem Kind, dass ich es genauso doll liebe und dennoch zwei weitere Menschen ebenso sehr respektive eine andere Person, nämlich die kleine Schwester, auf die gleiche Weise, liebe?

Auf die gleiche Weise? Ich hinterfrage mich direkt. Ja, ich liebe meine Kinder so sehr wie man seine Kinder nur lieben kann. Sicherlich nicht auf die gleiche Weise, denn meine Töchter sind sehr unterschiedlich. Eine Zeit lang schien es, sie könnten kaum unterschiedlicher sein, aber mittlerweile entdecke ich sehr viele Gemeinsamkeiten. Dennoch, vom Charakter und Temperament her sind es zwei grundverschiedene Menschen, die bei mir ganz klar an erster Stelle stehen!

Und so versuche ich, ihr die Besonderheiten von jedem einzelnen Familienmitglied näher zu bringen…

„Ich hab Knupsi und Dich genauso doll lieb wie Du mich!“

Und dann ergänze ich, was für ein ganz besonderer Mensch sie für mich ist. Denn sie ist es, die mich überhaupt erst zur Mama gemacht hat. Ein Thema, welches sie unendlich gerne mit mir bespricht. Sie hinterfragt und lässt sich immer wieder erzählen. Sie genießt es, wenn ich berichte, wie unsere ersten Sekunden, Minuten und Stunden waren. Jeden Moment ab Geburt lässt sie sich von mir berichten und fragt und fragt.

Hab ich sofort aus Deiner Brust getrunken? – Hab ich bei Dir mit im Bett gelegen? – Hab ich gut geschlafen? – Hab ich oft/laut/lange geweint?

Diese und viele andere Fragen kommen jedes Mal wieder hoch, wenn wir darauf zu sprechen kommen und oft gibt sie schon mit mir zusammen die Antwort.

An ihre Entthronung kann sie sich nicht mehr wirklich erinnern, aber sie weiß, dass sie den schnuppispapa und mich mal eine Zeit lang alleine für sich hatte. Und dass sie uns immer mal wieder für sich ganz alleine hat, ist ihr unendlich wichtig. Und das finde ich so normal und gesund.

Dass sie ihre Schwester und ihren Papa so lieb hat wie ein Elefant groß ist, hat nichts mit Abwertung, Eifersucht oder mangelnder Liebe zu tun. Sie findet, Elefanten sind riesig und das sind sie ja auch. Die Beziehung unserer Töchter ist sehr innig und fest. Sie ist einfach nur ein absolutes Mama-Kind und ich gebe mir alle Mühe, das passende Gleichgewicht für uns vier zu finden. Da man sich bei unserer Kleinen zudem darauf verlassen kann, dass sie sich das an Mama und Papa nimmt, was sie braucht, auf ihre eigene stürmische Art, können wir da auch ganz entspannt bleiben.

…und wo der große, bald kommende neue Lebensabschnitt SCHULE seine Schatten schon heute auf Schnuppis und unser aller Leben wirft, ist es doch schließlich normal, dass unsere Große gerade ein wenig mehr von allem braucht, mehr Sicherheit, mehr Zuneigung, mehr Aufmerksamkeit, mehr alles. Und dafür sind Mamas Arme doch nun einmal einfach da 🙂

Letztendlich bleibt:

Ich liebe meine Kinder über alles, gleich stark
und gleichzeitig jede auf ihre Art und ganz besonders und speziell ❤

Eure
sich unendlich geliebt fühlende & dankbare
schnuppismama

 

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2 Kommentare zu „„Mama, Dich liebe ich am meisten!“

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