aus dem Mama-Leben

Wenn Mama wieder mehr in den Job investiert…

Seit eineinviertel Jahren bin ich nun schon zurück in meinem alten Job, also dem, den ich schon hatte, als ich noch nicht Mutter war. Nach einem knappen halben Jahr bin ich zu einem ersten Training in eine andere Niederlassung geflogen; was für ein mulmiges Gefühl. Wieder ein neues Level des Mama-Seins und ich gehöre zu der Gattung: es fällt mir emotional extrem schwer!

Ich arbeite in Teilzeit, was allerdings soviel heißt wie, dass ich ein bestimmtes Stundenkontingent bezahlt bekomme, aber jede Woche reichlich Überstunden in ein Zeitkonto einzahle. So hat mich der Job meist fünf Tage die Woche in Beschlag oder zumindest in Bereitschaft genommen. Wie das weitergeht und sich noch entwickelt ist ein anderes Thema. Doch ganz unabhängig davon ist es mir enorm wichtig, arbeiten zu gehen. Natürlich mache ich es einerseits für das Geld, aber eben nicht nur. Meine Arbeit ist mir wichtig und ich bin verdammt gut darin.

Wenn Mama wieder mehr in den Job investiert…

Und damit das so bleibt, investiere ich in meinen Job – eben auch Extrazeit. Das Training im letzten Jahr sollte natürlich nicht das Einzige bleiben, jedoch musste ich nun länger auf weitere Schulungsmöglichkeiten warten bis ich also nach 10 Monaten Pause wieder eine Schulung bekam – wieder weit weg von zuhause. Aber diesmal war ich immerhin so schlau, mit dem Zug anzureisen. Das bedeutete aber auch eine Übernachtung fernab von zuhause und raus aus dem noch so neuen (Schul-)Alltag. Am Vorabend war das bei meinen Kindern mit feuchten Augen, Kloß im Hals und festklammern verbunden… Mannomann, was habe ich da nur wieder angerichtet.

Ich versuchte, meiner Schnuppi zu erklären, wie wichtig das für mich ist. Lernen und arbeiten – zwei Dinge im Leben, die einem so vieles ermöglichen können. Und das Lernen darf im Job nicht aufhören. Logischerweise folgte sofort ihre Frage, ob das jetzt etwa öfter so sei. Tjanun. Ich hatte mich für mehrere Schulungen vormerken lassen, für die es lange keine Termine gab. Dass diese dann aber plötzlich Schlag auf Schlag kommen, hatte ich wahrlich nicht erwartet. Und so werde ich nun alle zwei bis drei Monate noch weitere Fortbildungen haben.

Manchmal habe ich das Gefühl, ich rede mich bei ihr um Kopf und Kragen. Ich möchte ihr so gerne erklären, deutlich machen, wie wichtig das alles ist. Auch versuche ich jedes Mal darauf zu hinzuweisen, dass Knupsi schon viel früher dieses „Mama arbeitet (mehr)“ schaffen muss und dass ich dennoch verhältnismäßig wenig ich arbeite und so oft und soviel bei ihnen bin und für sie da bin.

Ich mache es auch für meine Töchter

Natürlich könnte ich es negativ auffassen, dass meine Kinder so klammern und warum sie dieses bisschen Trennung nicht einfach wuppen, denn ich bin vergleichsweise wirklich extrem wenig weg. Aber weder meine Mädels noch ich möchten mehr. Wir haben einfach ein inniges Band und hängen sehr aneinander. Gerade meine Schnuppi ist einfach höchst sensibel. Und wenn meine Kinder mehr Mama-Zeit brauchen, um die nötigen Wurzeln fürs Leben zu schlagen? Dann bin ich da. Wir gehen unseren Weg – wie bisher. Vergleiche, warum andere Kinder sowas problemlos meistern, sind fehl am Platz. Wir sind nicht andere. Müsste ich dann also auch bei Schnuppi aufhören, darauf hinzuweisen, dass ich im Gegensatz zu vielen anderen sehr viel für sie da bin? Ja, ein wenig klingt es nach Rechtfertigung, dabei ist es der für mich persönlich schmale Grad, das passende Gleichgewicht von Familie und Beruf zu finden – und dabei steht Familie entgegen dem Wording „Work-Life-Balance“ bei mir ganz klar an erster Stelle.

Aber ohne meinen Beruf geht es nicht. Auch wenn die berufliche Situation als Mutter extrem schwierig und teils sehr frustrierend sein kann, tut mir mein Job einfach gut. Und natürlich mache ich es auch für meine Töchter. Gerade als zweifache Mutter will ich meinen Kindern lernen, arbeiten, selbständig sein, sich eine Position erarbeiten vorleben und vor allem gerade auch als Mutter nicht das Handtuch zu werfen, sich auch im Job durchzubeißen und zu beweisen! Sie sollen es nicht einfach nur von mir gesagt bekommt: Geht möglichst lange zur Schule und lernt anschließend einen vernünftigen Beruf! Sie sollen es bei mir sehen, als Realität und Normalität erleben!

Meine Gewichtung lastet sehr auf dem Bereich Familie. So habe ich das für mich und mit meinem Mann zusammen entschieden. Und ich hoffe, dass ich meine Kindern durch dieses Vorleben sowie das Vermitteln von Werten so auf ihren Weg bringe, dass auch sie eines Tages nicht nur ihre passende Work-Life-Balance finden, sondern auch umsetzen können.

Hach, es kommt aber auch immer was emotional aus mir raus, wenn wir uns länger als sonst nicht sehen können… 😉
…da fragt man sich nicht wirklich, woher die Kinder das haben 😀

Eure ach so emotionale schnuppismama

2 Kommentare zu „Wenn Mama wieder mehr in den Job investiert…

  1. Ich beginne gerade nach 2,5 Jahren Elternzeit einen Job bei einer neuen Arbeitsstelle (bin PTA in einer öffentlichen Apotheke). Ich weiß, dass es anstrengend wird, freue mich aber sehr auf die Arbeit. Ohne diese wäre ich wohl sehr unausgeglichen, was weder mir noch meiner Familie guttut.

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